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22.03 - 24.03.2022
Dauer: 3 Tage
Virtuell
2015 Teilnehmende

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Bildreihe Kongress

 

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Der Kongress Armut und Gesundheit schafft seit 1995 ein kontinuierliches Problembewusstsein für gesundheitliche Ungleichheit in Deutschland. An drei Veranstaltungstagen tauschen sich Akteur*innen aus Politik, Wissenschaft, Gesundheitswesen, Praxis und Selbsthilfe zu Themen gesundheitlicher Ungleichheit aus. Aktuelle Forschungsergebnisse werden ebenso diskutiert und vertieft wie neue Strategien, Lösungsansätze und Erfahrungen. Die vergangenen Kongresse haben bereits eine Vielzahl neuer Kooperationen auf den Weg gebracht und Entwicklungen und Diskussionen angestoßen.

Mit dem Engagement aller Akteur*innen und Teilnehmenden des Kongresses erfährt eine heterogene Gruppe von Menschen eine Lobby, die oftmals wenig Unterstützung erhält.

Kongressprogramm

08:30 - 09:00

Guten Morgen Kaffee

Zentrale Veranstaltung

Lassen Sie uns gemeinsam bei einer Tasse Kaffee in den letzten Kongresstag starten!

Der Zoomraum wird durch das Kongressteam betreut und dient zum lockeren Austausch, sowie zur Klärung von technischen oder organisatorischen Fragen. 

09:00 - 10:30

The role of Germany and the WHO in improving public health – the experiences of the WHO European Centre for Environment and Health and the Berlin Hub for Pandemic and Epidemic Intelligence (DGPH, GHHG, KLUG)

H1 - Gesundheitsfördernde Gesamtpolitik I

Veranstaltet von DGPH, GHHG, KLUG

In den vergangenen Jahren hat Globale Gesundheitspolitik in Deutschland zunehmend an Bedeutung gewonnen, nicht zuletzt mit der Veröffentlichung der Strategie der Bundesregierung zur Globalen Gesundheit im Jahr 2020. In diesem Kontext wird in der Veranstaltung die Tätigkeit der Weltgesundheitsorganisation in Deutschland genauer in den Blick genommen: Schon seit den 90er Jahren ist das Europäische Zentrum für Umwelt und Gesundheit in Bonn angesiedelt und im vergangenen Jahr wurde der der WHO Hub for Pandemic and Epidemic Intelligence in Berlin eröffnet. Vor diesem Hintergrund wollen wir gemeinsam mit den Sprecher:innen diskutieren, welche Chancen sich für eine Stärkung von krisenfesten Public Health-Strukturen in dem Austausch zwischen WHO und Public Health-Gemeinschaft in Deutschland ergeben und wo mögliche Herausforderungen liegen.

In dieser Session soll zunächst die Tätigkeit der WHO in Deutschland vorgestellt und anschließend mit Vertreter:innen aus verschiedenen Public Health-Bereichen unterschiedliche Themenbereiche diskutiert werden.

Diese Session wird auf Englisch angeboten.

Grußwort (Paul Zubeil - Bundesministerium für Gesundheit) 

 

Input: Aufgaben und Themen der WHO in Deutschland (Dr.in Francesca Racioppi - Europäisches Zentrum für Umwelt und Gesundheit)
 
Paneldiskussion über Chancen für eine Stärkung von krisenfesten Public-Health-Strukturen mit:

Dr. Peter Tinnemann - Gesundheitsamt Frankfurt am Main

Prof. Susanne Moebus - Universitätsklinikum Essen

Victoria Saint - Universität Bielefeld

Themenfelder
  • Globale Gesundheit
Sprecher*innen
Dr. Karin Geffert
IBE, LMU München
Maike Voss
Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit (KLUG)
Paul Zubeil
Bundesministerium für Gesundheit
Dr.in Francesca Racioppi
Europäisches Zentrum für Umwelt und Gesundheit
Dr. Peter Tinnemann
Gesundheitsamt Frankfurt am Main
Victoria Saint
Universität Bielefeld
Oliver Morgan
Prof. Dr. Susanne Moebus
Universitätsklinikum Essen, Universität Duisburg-Essen
Björn Kümmel
Bundesministerium für Gesundheit
09:00 - 10:30

Wie kann die psychosoziale Gesundheit unterschiedlicher Zielgruppen gestärkt werden?

H1 - Gesundheitsfördernde Gesamtpolitik II

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert die Psychosoziale Gesundheit als „Zustand des Wohlbefindens, in dem der Einzelne seine Fähigkeit ausschöpfen, die normalen Lebensbelastungen bewältigen, produktiv und fruchtbar arbeiten kann und imstande ist, etwas zu seiner Gemeinschaft beizutragen“.
Psychosoziale Gesundheit hat maßgeblichen Einfluss auf unser Leben und unsere Lebensqualität. Daher hat ihre Beeinträchtigung erhebliche individuelle sowie gesellschaftliche Folgen. Unsere psychosoziale Gesundheit wird von individuellen Aspekten sowie von sozialen, umfeldbedingten und wirtschaftlichen Faktoren und Determinanten beeinflusst. Armut, geringe Bildung, schlechte Wohn- und Arbeitsbedingungen, ungenügende soziale Kontakte, Ausgrenzung und Isolation, Gewalt, Diskriminierung oder andere Stressfaktoren beeinträchtigen unser psychosoziales Wohlbefinden und bieten im Umkehrschluss mögliche Ansatzpunkte für Prävention und Stärkung der Gesundheit.
Um die psychosoziale Gesundheit, das Wohlbefinden und Widerstandsfähigkeit (Resilienz) aller Menschen zu fördern und zu erhalten, müssen Lebens- und Arbeitsbedingungen so gestaltet werden, dass sie die psychosoziale Gesundheit in allen Aspekten des Lebens fördern sowie Belastungen und Stress reduzieren bzw. verhindern. Es braucht systematische und strukturierte Maßnahmen, damit Lebensbereiche (z. B. Schule, Arbeitsplatz, soziales Wohnumfeld etc.) unterstützend gestaltet und Lebenskompetenzen, inklusive der Resilienz im Gegenpol zur Vulnerabilität (Verletzbarkeit, Anfälligkeit), aller Menschen gestärkt werden.
Unsere Beträge betrachten die psychosoziale Gesundheit von unterschiedlichen Zielgruppen aus verschiedenen Blickwinkeln und laden ein, Lösungsansätze zu nennen, zu diskutieren und zu erarbeiten.

Die Veranstaltung findet zum Teil in englischer Sprache statt

Medizinisches Personal brennt nicht aus – sie verglühen in der Schnittmenge aus Moralischer Verletzung, Empathie-Trauma, PTBS und BurnOut

Die vier Konzepte Moralische Verletzung, Empathie-Trauma, PTBS und BurnOut werden in ihren Schnittmengen, Besonderheiten und Unterschieden vorgestellt. E s werden Bezüge zum Alltag medizinischen Personals und den speziellen Herausforderungen während der Pandemie beschrieben. Gefahren für medizinisches Personal werden herausgearbeitet und die Gründe für Enttäuschungen beim Suchen nach einfachen Antworten aufgezeigt.

Beschreiben verschiedener Stresspräventionskurse in Medizin und Pflege und ihrer Beschränkung. Es wird aufgezeigt, dass Konzepte wie Resilienz und BurnOut die Verantwortung hin zum Individuum verschieben und dadurch strukturelle Probleme verschleiern. So helfen sie einzelnen nur kurzfristig aber verschlimmern die Situation langfristig leider.

Oft wird die Fürsorge für medizinisches Personal den Dienstplan-Notwendigkeiten hintenan gestellt. Diese Unverbindlichkeit legt nahe, dass darauf im Notfall verzichtet werden kann. So entstehen Notfälle in der Psyche der Versorgenden und die gehen aus dem Beruf. Schutz-Fortbildungen für medizinisches Personal dürfen nicht optional sein.
Die Beschränkung der Sichtweisen einzelner Konzepte ist zu erweitern auf die Prävention der oben genannten.

Verbindlichkeit für den Schutz des medizinischen Personals und nicht als Belohnung oder zusätzliches Angebot
Lernen aus anderen Bereichen sozialer Arbeit: politische Arbeit muss immer Teil der sozialen, medizinischen und pflegerischen Arbeit werden, um strukturelle Veränderungen zu erreichen.

Mit Resilienz aus der Krise in der Pandemie: Die Auswirkungen der Covid-19 Pandemie auf Frauen, Trans* und Inter*, die in einer vulnerablen sozialen Lage sind und sich in einer Krise Befinden.

Bei dem Folgenden Beitrag handelte es sich um die Erfahrungen der Nutzer*innen des Frauen*NachtCafés Berlin während der Covid-19 Pandemie. Das Frauen*NachtCafé ist eine niedrigschwellige Krisenanlaufstelle für Frauen, Inter* und Trans*, die sexualisierte Gewalt in der Kindheit und Jugend erlebt haben. Der Träger dieses Projekts ist der Verein Wildwasser e.V.. Die Nutzer*innen dieses Projekts sind in der Regel Menschen, die sexualisierte Gewalt in der Kindheit und Jugend erlebt haben und dadurch anfälliger für Krisen sind als andere Bevölkerungsgruppen. Diese Nutzer*innen sind auch in der Regel von Armut betroffen. Dazu ergibt sich die Frage: Welche Auswirkungen hat die Covid-19 Pandemie auf die Lebensqualität und mentale Gesundheit der Nutzer*innen des Frauen*Nacht Cafés?

Die Methode ist die Analyse von anonymisierten Fragebögen den die Nutzer*innen des Frauen*NachtCafés ausfüllen. Diese Fragebögen werden analysiert und miteinander verglichen.

Die Folgen der Covid-19 Pandemie im Bezug auf Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage und Verschlechterung von seelischen Beschwerden trifft Menschen aus unserer Zielgruppe stark zu.

Hier geht es darum, die Bedürfnisse und Perspektiven von Menschen bezüglich Covid-19 aus einer wirtschaftlich und sozial schlechter gestellten Lage im Rahmen des Kongresses Armut und Gesundheit in die Public Health Disziplin zu bringen in der Hoffnung, dass diese in der Politik gesehen und erfüllt werden.

Weist die psychische Gesundheit den Weg zu Männergesundheitsaktionen in Deutschland?

Analysen der WHO Europa belegen, dass psychische Erkrankungen mit 20% die dritthäufigste Ursache für die Krankheitslast (burden of disease) nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebserkrankungen sind. Mentale Gesundheit ist eine wertvolle Quelle von Humankapital und Wohlbefinden. Im Vortrag wird die Krankheitslast durch psychische Störungen anhand verfügbarer statistischer Daten dargestellt. Die Fragestellung lautet: Wie kann die psychosoziale Gesundheit gestärkt werden?

Psychische Störungen werden aus verschiedenen Statistiken und Surveys analysiert: u.a. National Mental Health Surveillance des RKI, Krankenhausstatistik, Arbeitsunfähigkeitsstatistik, Reha-Statistik der DRV, Statistik schwerbehinderter Menschen, Berichte der Sozialpsychiatrischen Dienste, Todesursachenstatistik.

In den vergangenen 10 Jahren ist ein deutlicher Anstieg psychischer Störungen im Diagnose- und Behandlungsspektrum in Deutschland erfolgt. In der ambulanten Versorgung gibt es seit 2007 einen Anstieg um 45% bei Frauen und 65% bei Männern. 37% der Frühberentungen von Männern und 50% bei Frauen beziehen sich auf psychische Störungen. Nur ein Teil der Betroffenen kann von sozialpsychiatrischen Diensten intensiv betreut werden.

Unterschiedliche Ursachen, Symptome und Verläufe bei Männern und Frauen erfordern genderspezifische Maßnahmen zur Förderung der mentalen Gesundheit – z.B. durch besondere Aktionspläne. Die Stärkung psychosozialer Dienste hilft, diejenigen aufzufangen, die solcher Betreuung bedürfen und einer Erwerbsminderung durch psychosoziale Störungen vorzubeugen.

Improving children’s psychosocial wellbeing through movement-based psychosocial activities ‘TeamUp’: A Quasi-experimental study in refugee settlements in Uganda

Research on psychosocial health promotion and preventive interventions is limited, yet the need of quality services is paramount. In the world’s largest refugee settlement ‘Bidi-bidi’ in North-Western Uganda, the movement-based psychosocial intervention ‘TeamUp’ was integrated into primary schools to address children’s psychosocial needs. The intervention strives to strengthen children’s psychosocial wellbeing through body-movement, socialisation and offering a safe environment.

A quasi-experimental study design was used to assess the outcomes of 10-15 year-old children participating in TeamUp sessions compared to a control group, i.e. children receiving education and activities as usual. Trained community facilitators provided 10-11 group sessions over a 6-week period. Child-reported outcomes were collected at baseline and endline (n=550).

Session attendance and implementation fidelity was high. Children participating in TeamUp activities showed a significant improvement compared to the control group on various outcomes, including psychological wellbeing, satisfaction with school, health-related quality of life, physical activity and health and a reduction on post-traumatic stress. No differences were found between the two groups on other measures such as irritability, depressive symptoms or satisfaction with friends.

The brief 6-week movement-based psychosocial support intervention ‘TeamUp’ demonstrated positive and very promising results. The study offers strong support for TeamUp having the potential to serve as a health promotive and preventive intervention.

Themenfelder
  • Versorgung, Selbsthilfe, Patientinnen und Patienten
Sprecher*innen
Univ.-Prof. Dr. Ulrich Reininghaus
Zentralinstitut für Seelische Gesundheit
Bea Schramm
Diakoniewerk Simeon
Camila Ardila
Frauen*nachtCafé von Wildwasser e.V.
Juliane Rahl, M.A.
Stiftung Männergesundheit
Prof.in Dr.in Doris Bardehle
Stiftung Männergesundheit Berlin
Alexandra Bleile
War Child Holland
Bruce Orech
War Child Holland
09:00 - 10:30

Berlin aktiv gegen Kinderarmut – Vorstellung der neuen gesamtstädtischen Strategie zur Armutsprävention

H1 - Gesundheitsfördernde Gesamtpolitik III

Das Land Berlin verzeichnet seit 20 Jahren hohe Befunde von armutsbetroffenen Kindern und Jugendlichen. Deswegen wurde 2017 die ressortübergreifende Landeskommission zur Prävention von Kinder- und Familienarmut vom Senat eingerichtet. Die Kommission sollte eine gesamtstädtische Strategie zur Reduzierung und Prävention von Kinder- und Familienarmut entwickeln, die alle Aspekte von materieller, gesundheitlicher, sozialer und Bildungsarmut im Zusammenhang und in ihrer Wechselwirkung sieht. Im August 2021 wurde die erarbeitete Strategie vom Senat beschlossen. Mit der neuen Legislatur soll der Umsetzungsprozess mit den Bezirken zügig gestartet werden.

Die Strategie besteht aus zwei Teilen: einem umfassenden Zielesystem und fünf Strategischen Leitlinien für eine strukturierte Umsetzung auf allen Ebenen. Die Stärkung und der Ausbau Integrierter bezirklicher Strategien (IBS) zur Armutsprävention stehen im Mittelpunkt. Ziel ist, in allen Bezirken eine bedarfsorientierte Angebotsstruktur zu etablieren. Dabei soll an bestehende Strukturen – etwa Präventionsketten - angeknüpft werden. Mit den IBS wird ein Strukturansatz verstetigt, der darauf ausgerichtet ist, ein langfristiges, umfassendes und tragfähiges Netz von Unterstützung, Beratung und Begleitung unter Beteiligung der Zielgruppe zu knüpfen. Unterstützt und begleitet werden die Bezirke dabei von Gesundheit Berlin-Brandenburg, die seit 2010 das Thema „Präventionsketten“ in Berlin bearbeiten.

Die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie wird die neue gesamtstädtische Strategie in Kooperation mit weiteren Partner*innen vorstellen und mit dem Publikum in den Austausch dazu treten.

Berlin aktiv gegen Kinderarmut – Vorstellung der neuen gesamtstädtischen Strategie zur Armutsprävention

Themenfelder
  • Kommune
Sprecher*innen
Dr.in Sabine Hübgen
Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie
Regine Schefels
Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie Berlin
Iris Lopatta
Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie Berlin
Dagmar Lettner
Gesundheit Berlin-Brandenburg e. V.
Amélie Bohlen
Gesundheit Berlin-Brandenburg e. V.
09:00 - 10:30

Miteinander und nicht allein: Gute Praxis der Seniorenarbeit im Quartier.

H2 - Lebenswelten II

Die soziale Teilhabe älterer Menschen in der gewohnten Umgebung ist eine wichtige Grundlage für ein möglichst selbstbestimmtes und zufriedenes Leben. Im Programm „Miteinander und nicht allein“ kümmern sich Projektkoordinator*Innen darum, Pflegeeinrichtungen zu hilfreichen Anlaufpunkten für ältere Menschen in der direkten Nachbarschaft zu entwickeln.

Wenn Pflegeeinrichtungen ihre Angebote und Kompetenzen für/in die Nachbarschaft öffnen, insbesondere auch durch aufsuchende Angebote oder die Organisation von Fahrdiensten, können sie mit ihren professionellen Begleitungs- und Unterstützungsangeboten zu einem wichtigen Ankerpunkt im Quartier werden. Durch diesen veränderten Blickwinkel schlagen die Pflegeeinrichtungen neue Weg ein und können sich explizit auch um ältere Menschen kümmern, die nicht in ihren Einrichtungen leben.

Während der Pandemie wurden (u.a. digitale) Umsetzungsideen entwickelt und erprobt: Quartiersradio, Hausbesuche, „interaktive“ Postkartenaktion, Handy-/Tabletkurse, Begleitdienste zum Einkaufen oder zum Arzt, Tür-/Fenstergespräche, Quartiersfahrrad oder Telefonsprechstunden und -patenschaften sind hierfür nur einige Beispiele. Gemeinsam mit Kooperationspartnern vor Ort werden die Ehrenamtsarbeit weiterentwickelt und pflegende Angehörige in die Planung von Angeboten einbezogen.

Gelingensfaktoren: Kompetenzen und Erfahrungen der Projektkoordinator*Innen, Kooperation und Vernetzung, Kreativität, Motivation, Pragmatismus, „zugehende“ Angebotsformate.

Miteinander und nicht allein: Gute Praxis in Münster-Handorf

Projekt „Wir für Handorf“: Gesellschaftliche Teilhabe von älteren Menschen in ihrem sozialen Umfeld ausbauen um Altersisolation vorzubeugen. Etablierung nachbarschaftlicher Kooperationen zwischen bereits bestehenden Einrichtungen und Vereinen; systematische Kontaktaufnahme zu Menschen, die außerhalb stationärer Einrichtungen leben. (Weiter-)Entwicklung bestehender und neuer Teilhabeangebote für Menschen in Handorf. Öffentlichkeitsarbeit im Quartier.

Miteinander und nicht allein: Gute Praxis im Stadtteil Neuss-Gnadental

Projekt „Miteinander in Gnadental“, Stadtteil Neuss-Gnadental: Stationäre Einrichtung als Ankerpunkt im Quartier. Gesundheitsförderliche Gemeinschaftsangebote für ältere Menschen (weiter-)entwickeln und auch aufsuchend ins Quartier öffnen. Unterstützung durch Ehrenamtler*Innen. Entwicklung und Ausbau von Kooperationen im Quartier. Gemeinschaftsgefühl stärken, Einsamkeit und Isolation verhindern und abbauen. Ergänzung durch individuelle und aufsuchende Angebote. Öffentlichkeitsarbeit im Quartier.

Themenfelder
  • Ältere Menschen
Sprecher*innen
Amelie Jansen
Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen
Saskia Hovestadt
Diakonie Münster
Vinorjan Thambithurai
Diakonie Rhein-Kreis Neuss e.V.
Gaby Schütte
Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen (LZG.NRW)
Irini Kemper
Städtische Seniorenheime Krefeld gemeinnützige GmbH
Tobias Volckmann
Deutscher Orden
09:00 - 10:30

Schüler*innen mit chronischen Krankheiten in der Schule - Erfahrungen und Anpassungserfordernisse

H2 - Lebenswelten III

Im Zusammenhang mit dem Begriff Inklusion wurden in den letzten Jahren vielfältige Bemühungen zum gemeinsamen Lernen von Kindern und Jugendlichen mit und ohne Beeinträchtigungen unternommen. Befunde zu Gelingensbedingungen und Anpassungserfordernissen für Schüler*innen mit chronisch-somatischen Erkrankungen liegen in Deutschland allerdings nur vereinzelt vor. Es mangelt an Forschungsarbeiten und Konzepten zur Vernetzung von bildungs- und gesundheitsbezogenen Angeboten.

Zur Aufarbeitung dieser Forschungslücke wurden zwei Projekte durchgeführt. Neben einer systematischen Literaturrecherche, in der knapp 100 nationale und internationale Forschungsarbeiten zum Themenschwerpunkt ausgewertet wurden, konnten im Rahmen einer explorativen Studie Schüler*innen mit chronischen Krankheiten im Alter von mind. 16 Jahren zum Erleben ihrer Schulsituation per Online-Fragebogen befragt werden.

Die Ergebnisse verweisen auf unterschiedlich notwendige Anpassungserfordernisse. Diese liegen sowohl auf der Ebene des Unterrichts, der Lehrkraft und der Schulorganisation. Es wird deutlich, dass die besondere Situation von Schüler*innen mit chronischen Erkrankungen in der Schule oft nicht wahrgenommen wird. Dies führt zu Belastungen und beeinträchtigt Leistungsentwicklung, soziale Teilhabe und die Gesundheit der Lernenden.

Im Rahmen der Diskussion sollen Ansatzpunkte der Verbesserung mit Blick auf Kinder und Jugendliche mit chronischen Erkrankungen vorgestellt und diskutiert werden, um ihren Bedürfnissen im Schulsystem zukünftig adäquat begegnen zu können.

Die Ergebnisse der systematischen Literaturrecherche

Im Rahmen einer systematischen Literaturrecherche konnten ca.100 Studien gefunden werden, die die Schulsituation von Kindern und Jugendlichen mit chronisch-somatischen Erkankungen zum Gegenstand hatten. Die Ergebnisse der Studien werden vor dem Hintergrund eines Modells zur Qualität inklusiver Bildung präsentiert und hinsichtlich Barrieren und Gelingensbedingungen ausgewertet. Abschließend werden Forschungsdesiderate formuliert.

Bundesweite Befragung von Schüler*innen mit chronischen Erkrankungen zur Schul- und Lernsituation

Im Rahmen einer explorativen Befragung beschrieben 150 Schüler*innen mit chronischen Erkrankungen, die älter als 16 Jahre waren, ihre Erfahrungen in der Schule sowohl vor als auch während der Corona-Pandemie. Die Ergebnisse liefern Hinweise auf Gelingensbedingungen, Barrieren und Belastungsfaktoren insbesondere für Schüler*innen mit chronisch-somatischen Erkrankungen sowie Erkenntnisse zum Erleben der Schule während der Corona-Pandemie.

Themenfelder
  • Kinder im Kita und Schulalter
Sprecher*innen
Prof. Dr. Christian Walter-Klose
Hochschule für Gesundheit Bochum
Vertr.-Prof. Dr. Andreas Seiler-Kesselheim
Technische Universität Dortmund
09:00 - 10:30

Arbeit finden – in Arbeit bleiben: Faktor Gesundheit

H2 - Lebenswelten IV

Wie bedingt Gesundheit in den Lebensphasen das gesellschaftliche Fundament „Erwerbsarbeit“? Der Einfluss prekärer Lebenslagen auf die subjektive Gesundheit endet nicht mit dem Renteneintrittsalter. Die gesundheitliche Lage während der Erwerbszeit kann die Lebensqualität dauerhaft beeinflussen.
Der erste Beitrag zeigt auf, wie Veränderungen des deutschen Arbeitsmarktes der letzten Jahre dazu geführt haben, dass prekäre Beschäftigungsverhältnisse die bisher dominierenden sicheren Vollzeitbeschäftigungen abgelöst haben. Dies hat Auswirkungen auf die Gesundheit und den vorzeitigen Berentungswunsch. Anhand von Längsschnittdaten können Erwerbsbiografien entwickelt und der Zusammenhang mit dem vorzeitigen Berentungswunsch analysiert werden. Die individuelle Gesundheit nimmt dabei eine zentrale Rolle ein.
Der zweite Beitrag befasst sich mit dem BMBF- geförderten Forschungsprojekt eLan (eHealth- Lösungen zur Förderung des Ernährungs- und Bewegungsverhaltens von ALG-II-Leistungsbeziehern in ländlichen Räumen), das aufgezeigt wie gesundheitsförderliche Interventionen umgesetzt werden können. Das Projekt zielt darauf ab, mit einer digitalen Intervention das Ernährungs- und Bewegungsverhalten positiv zu beeinflussen.
Zuletzt wird das Projekt „Verzahnung von Arbeits- und Gesundheitsförderung in der kommunalen Lebenswelt“ betrachtet. In Niedersachsen und Bremen werden seit 2020 neue Ansätze zur Förderung der Gesundheit vulnerabler Gruppen geschaffen. Im Zuge der Übertragung und Entwicklung von Konzepten gesundheitsförderlicher Angebote für die Dialoggruppe und Fachkräfte der Arbeitsförderung konnten neben Herausforderungen auch Chancen für eine erfolgreiche Umsetzung ausgemacht werden.

Der Einfluss von subjektiver Gesundheit auf den vorzeitigen Berentungswunsch in Abhängigkeit von unterschiedlichen Erwerbsbiografien

Ein vorzeitiger Renteneintritt der Babyboomer Generation wird einen erheblichen Einfluss auf das Sozialsicherungssystem in Deutschland haben. Auf dem deutschen Arbeitsmarkt lösten in den letzten Jahren flexible Beschäftigungsverhältnisse die bisher dominierenden Vollzeitbeschäftigungen ab. Das vermehrte Auftauchen von prekären Arbeitsverhältnissen hat einen Einfluss auf die Gesundheit von Männern und Frauen und den vorzeitigen Berentungswunsch.

Es wurden 3338 Babyboomer aus der Kohortenstudie „lidA – leben in der Arbeit“ untersucht. Die Befragungsdaten wurden mit Registerdaten auf individueller Basis verknüpft. Über 20 Jahre hinweg konnten mithilfe von einer Sequenzanalyse unterschiedliche Erwerbsbiografien identifiziert werden. Mithilfe von Pfadanalysen wurde der Zusammenhang zwischen Gesundheit und vorzeitigen Renteneintritt untersucht.

Definiert wurden ungünstige Erwerbsbiografien mit Teilzeit-, Mehrfachbeschäftigung und Arbeitslosigkeitsphasen definiert und günstige durch Vollzeitbeschäftigung. Niedrigere subjektive Gesundheit führte dabei zu einem früheren Berentungswunsch, bei prekären als auch bei günstigen Erwerbsbiografien.

Subjektive Gesundheit hat einen relevanten Einfluss auf den vorzeitigen Berentungswunsch für prekäre als auch nicht prekäre Erwerbsverläufe. Daher sollten gesundheitsfördernde Interventionen im Arbeitsmarkt einen wesentlichen Stellenwert einnehmen, wenn es darum geht Personen länger im Erwerbsleben zu halten.

Entwicklung einer digitalen Gesundheitsintervention für Arbeitslose

Arbeitslose sind häufig von begrenzten finanziellen Mitteln, sozialem Ausschluss und höheren Morbiditätsraten betroffen. Da es nur wenige spezifische Ansätze hierzu gibt, zielt das BMBF- geförderte Forschungsprojekt eLan (eHealth-Lösungen zur Förderung des Ernährungs- und Bewegungsverhaltens von ALG-II-Leistungsbeziehern in ländlichen Räumen) darauf ab, mit einer digitalen Gesundheitsintervention das Ernährungs- und Bewegungsverhalten positiv zu beeinflussen.

Das Vorhaben orientiert sich an den einzelnen Phasen des Intervention-Mapping-Ansatzes und nutzt qualitative Interviews, partizipative Entwicklungsansätze und ein randomisiertes kontrolliertes Studiendesign.

Im Rahmen der Bedarfsanalyse (qualitative Interviews mit Experten und Arbeitslosen) wurde der zielgruppenspezifische Bedarf verdeutlicht. Auf dieser Grundlage wurden die Ziele und Ansätze der Intervention festgelegt, die in einen kombinierten Ansatz münden: Mobile Applikation mit Präsenzworkshops. Im Rahmen eines Pretests konnten erste Ergebnisse über Chancen und Herausforderungen vorgelegt werden. Anschließend erfolgt eine Wirksamkeitsprüfung in Form einer RCT sowie die Entwicklung von Implementierungsmaßnahmen.

In der Zielgruppe besteht ein hoher Bedarf an niedrigschwelligen Interventionen. Aufgrund der schlechten Erreichbarkeit im ländlichen Raum wird hier eine digitale Intervention als sehr sinnvoll gesehen, was durch die Situation der Corona-Pandemie verstärkt wird. Es wird jedoch vermutet, dass eine digitale Intervention vor allem in Kombination mit klassischen Kursangeboten erfolgreich ist. Dies wird im weiteren Verlauf der Studie untersucht.

Neue Ansätze zur Stärkung der Gesundheit vulnerabler Gruppen im Projekt „Verzahnung von Arbeits- und Gesundheitsförderung in der kommunalen Lebenswelt“

Im Rahmen des Projektes „Verzahnung von Arbeits- und Gesundheitsförderung in der kommunalen Lebenswelt in Niedersachsen und Bremen“, gefördert durch das GKV-Bündnis, werden Möglichkeiten für analoge und digitale Zugangswege zu einer gesundheitsförderlichen Teilhabe entwickelt und umgesetzt. Im Fokus steht dabei die Dialoggruppe der Langzeiterwerbslosen. Doch welche Hürden kommen bei der Umsetzung auf? Wie ist der Zugang von erwerbslose Menschen oder den Projekt-Partner*innen ins Digitale? Welche Rolle spielen Datenschutz und Anonymität im Netz? Was bestimmt Art und Erfolg der Umsetzung?

Seit Mitte 2020 wurde neue Wege und Ansätze zur Sensibilisierung und Förderung der Gesundheit und gesundheitsbezogenen Kompetenz im Kontext Arbeits- und Gesundheitsförderung entwickelt und verwirklicht. Hierzu gehören digitale Präventionsangebote und Austauschformate für erwerbslose Menschen, eine telefonische Fortbildungsreihe für Multiplikator*innen, sowie eine Website für die Dialoggruppe, die zum Projekt, den beteiligten Standorten und zu den Angeboten vor Ort informiert.

Digitale Angebote können in Bezug auf die Gesundheitsförderung für erwerbslose Menschen große Chancen bieten. Mit den ortsunabhängigen Angeboten können so grundsätzlich auch Menschen in ländlichen Räumen besser erreicht und auch die Angebote zeitlich flexibler gestaltet werden, wodurch insbesondere die Integration in das Alltagsleben erleichtert wird.

Aus den Erfahrungen zur Umsetzung der neuen Formate können erste Erkenntnisse zu Hürden und Erfolgsfaktoren sowie zu den Möglichkeiten der Umsetzung mit der Dialoggruppe der erwerbslosen Menschen und der Arbeitsmarktseite gezogen werden.

Themenfelder
  • Gesundheit in der Arbeitswelt
Sprecher*innen
Cornelia Reichert
Gesundheit Berlin-Brandenburg e. V.
Janina Lahn
Kooperationsverbund Gesundheitliche Chancengleichheit
Lisa Toczek
Universität Ulm
Iris Weishaupt
Hochschule Furtwangen University
Daniel Moll
Landesvereinigung für Gesundheit & Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen e.V.
Ilka-Marina Meyer
Landesvereinigung für Gesundheit & Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen e.V.
Lisa Ambrosewicz
Landesvereinigung für Gesundheit & Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen e.V.
09:00 - 10:30

Zielgruppenorientierte Gesundheitskompetenzförderung bei vulnerablen Gruppen - ein Diskussionsforum

H4 - Kompetenzen I

Nach einer inhaltlichen Einführung im Plenum wird in drei interaktiven Diskussionsforen parallel an unterschiedlichen Fallgruppen gearbeitet. Es findet eine abschließende gemeinsame Reflexion und Bündelung der Gruppenergebnisse statt

Gesundheitskompetenz (GK) ist eine individuelle Fähigkeit, um gesundheitsbezogene Entscheidungen zu treffen und ist durch strukturelle Rahmenbedingungen bedingt. Geringe GK steht in Wechselwirkung mit sozialbedingter gesundheitlicher Ungleichheit, die vulnerable Gruppen wie z. B. Migrantinnen, Jugendliche mit chronischen Erkrankungen und Menschen im erhöhten Lebensalter besonders betrifft. Um sie in der Weiterentwicklung von GK zu unterstützen, bedarf es zielgruppenorientierter Angebote, in denen die Bedürfnisse von Betroffenen adressiert werden und darauf aufbauend die GK der vulnerablen Gruppen gefördert wird. 

In drei Beispielen wird die Relevanz der Förderung von GK aus theoretischer und empirischer Perspektive dargelegt. Vorgestellt werden die o. g. Gruppen mit den unterschiedlichen Lebenssituationen sowie GK-Herausforderungen. Im Nachgang werden parallele transdisziplinäre Diskussionsforen eröffnet. Die Ergebnisse der Gruppen werden abschließend zusammengeführt. 

GK-Förderung kann nur unter Berücksichtigung der individuellen Zielgruppenanforderungen erfolgen. Unser Workshop soll dazu beitragen, Lösungsansätze aus Betroffenenperspektive zu identifizieren und deren Transfermöglichkeit für andere Gruppen zu diskutieren.

Die übergreifende Diskussion mit Fokus auf den Perspektiven der Teilnehmenden soll die Übertragbarkeit einzelner Ansätze aus Praxis, Politik und Wissenschaft reflektieren und die Relevanz von GK für die einzelnen Zielgruppen zusammenführen. 

Diskussionsforum A) Migrantinnen

Migrantinnen sind im Gesundheitssystem oft benachteiligt: Sie müssen sich in einer fremden Sprache verständigen, haben selten professionelle Dolmetscher*innen, müssen sich in einem fremden System zurechtfinden und ihre Symptome über Kulturbarrieren hinweg kommunizieren. In diesem Rahmen wird diskutiert, wie die GK hier gezielt gestärkt werden kann und welche organisationalen Rahmenbedingungen das System erfüllen muss, um Migrantinnen im gesundheitskompetenten Handeln zu unterstützen.

Diskussionsforum B) Menschen im erhöhten Lebensalter

Mit steigendem Lebensalter steigt die Wahrscheinlichkeit, (chronisch) zu erkranken und infolgedessen auch pflegebedürftig zu werden. Die Lebensphase Alter ist zudem durch Multimorbidität geprägt. Weiterhin handelt es sich häufig um andere Gesundheitsprobleme als in vorangehenden Lebensphasen. Es soll diskutiert werden, wie GK in dieser Lebensphase gestärkt werden kann und welche Rolle beispielsweise digitale Unterstützungsangebote spielen.

Diskussionforum C) Jugendliche mit chronischen Erkrankungen

In Deutschland sind ca. 16,2 % aller Kinder und Jugendlichen zwischen 0-17 von chronischen Erkrankungen betroffen, wobei eine Wechselwirkung mit den sozialen Ressourcen und dem Bildungshintergrund deutlich wird. Im Vergleich sind diese Kinder hinsichtlich sozialer, beruflicher und gesellschaftlicher Teilhabe häufig benachteiligt. Voraussetzungen für die Bewältigung von alterstypischen Entwicklungsaufgaben und den GK-Erwerb sollen diskutiert werden.

In dieser Veranstaltung wird das Tool Mentimeter der schwedischen Firma Mentimeter AB, Tulegatan 11, SE-113 86 Stockholm, Schweden genutzt. Wenn Sie das Tool nutzten, werden Sie zu einem externen Server weitergeleitet. Es gelten die Datenschutzhinweise von https://www.mentimeter.com/privacy. Die Teilnahme ist freiwillig.

 

 

Themenfelder
  • Health Inequalities
Sprecher*innen
Jacqueline Posselt
Medizinische Hochschule Hannover
Sarah Ahrens
Universität Hildesheim
Loraine Keller
Universität Hildesheim
Janine Michele
Medizinische Hochschule Hannover (MHH)
09:00 - 10:30

Sexuelle Gesundheit und Selbstbestimmung. Perspektiven auf eine bedürfnis- und bedarfsorientierte Unterstützung.

H4 - Kompetenzen II
In dem Fachforum werden drei Beiträge vorgestellt, die die Themen sexuelle Gesundheit und sexuelle Selbstbestimmung, sowie Möglichkeiten zur bedürfnisorientierten Unterstützung aus verschiedenen Perspektiven darstellen und diskutieren. 
 
1.  Beitrag und Diskussion: Arm aber sexy?! Wir müssen über Sexuelle Gesundheit sprechen.
2.  Beitrag und Diskussion: Bildung zu sexueller Gesundheit im Kindes- und Jugendalter in prekären Milieus. Zur Bedeutung der außerschulischen und -familiären Sexualaufklärung zur Reduktion von gesundheitlicher Chancenungleichheit.
3.  Beitrag und Diskussion: Digitale Teilhabe von Menschen mit Lernschwierigkeiten in gemeinschaftlichen Wohnformen und der Beitrag zur sexuellen Selbstbestimmung
 

Arm aber sexy?! Wir müssen über Sexuelle Gesundheit sprechen.

Sexuelle Gesundheit wird als Thema sowohl in den Gesundheitsberufen als auch in der Medizin per Ausbildungsverordnung weitestgehend ausgeklammert. Dabei sind die Erfüllung sexueller Bedürfnisse Voraussetzung für ein erfülltes, gesundes und zufriedenes Leben. Dieses Negieren in der Theorie hat zur Folge, dass auch in der Praxis kaum bis nie über sexuelle Themen gesprochen wird. Dabei zeigt die aktuelle Studienlage, dass sowohl Praktizierende Skills hinsichtlich Gesprächsführung, aber auch inhaltlichem Wissen sowie Umgang mit herausfordernden Situation benötigten. Aber auch Patient:innen geben an, auf derlei Themen angesprochen werden zu wollen und dies professionsübergreifend. Dies belegen sowohl Studien aus der Sexualmedizin als auch der Ergotherapie und verwandten Disziplinen.

Dabei könnte ein einfaches Kommunikationsprinzip Patient:innen helfen, ihre sexuelle Gesundheit sicher angesprochen zu wissen. Das PLISSIT Modell aus der Sexualtherapie sorgt einerseits für eine klare Kommunikationsstruktur, andererseits als Basis, auf die sich interprofessionell geeinigt werden könnte. Mit der Erlaubnis (P) über sexuelle Themen zu sprechen, geben Behandler:innen limitierte Informationen (LI) hinsichtlich sexueller Anliegen und machen dann bei Bedarf spezifisch passende Vorschläge (SS). Bei nötiger qualifizierter Intervention, kann zu spezialisierten Behandeln:innen für intensive Therapie (IT) delegiert werden.

Die Vision: alle Professionen verfügen über eine Grundbasis über Wissen hinsichtlich sexueller Gesundheit. Unserem Gesundheitssystem würde dies langfristig Kosten ersparen, die sexuelle Zufriedenheit und Gesundheit eng korellieren.

Wär´das nicht sexy?!

Bildung zu sexueller Gesundheit im Kindes- und Jugendalter in prekären Milieus. Zur Bedeutung der außerschulischen und -familiären Sexualaufklärung zur Reduktion von gesundheitlicher Chancenungleichheit

Studien zufolge stellen die wichtigsten Zugangswege der Sexualaufklärung für Kinder und Jugendliche die Schule und die Eltern dar. Doch wie gut erreichen Sexualaufklärungsmaßnahmen Kinder und Jugendliche aus prekären Milieus, die häufig brüchige Biografien aufweisen? Wie erleben Kinder und Jugendliche aus diesem Milieu die Sexualaufklärung, wenn sie erreicht werden?

Die Datengrundlage bilden 16 leitfadengestütze Interviews mit Jugendlichen im Alter von 15 bis 21 Jahren, die im Zeitraum von September 2015 bis November 2018 geführt wurden. Die Datenerhebung erfolgte im Jugendarrest Berlin-Brandenburg, der Jugendbewährungshilfe Berlin und im Kontext der „Straße“. Die Datenauswertung erfolgte multimethodisch und orientierte sich an der Dokumentarischen Methode, der Grounded Theory und der Inhaltsanalyse.

Auf Grund biografischer Brüche werden Kinder und Jugendliche aus prekären Milieus unzureichend sexuell aufgeklärt. Viele Jugendliche geben an, durch sexuelle Erfahrungen sich selbst sexuell aufklärt zu haben. Elterliche oder schulische Sexualaufklärung in der Sekundarschule haben nur wenige erhalten. Findet Sexualaufklärung statt, so wird sie i. d. R. als bereichernd wahrgenommen, wenngleich die Jugendlichen betonen, dass die Themenvielfalt begrenzt ist und oftmals nicht lebensweltorientiert durchgeführt wird.

Die Chancen im Kindes- und Jugendalter adäquate Sexualaufklärung zu erreichen sind ungleich verteilt und stark mit Prozessen sozialer Ungleichheit verbunden. Zur Reduktion von gesundheitlicher Chancenungleichheit müssen neue Zugangswege erschlossen und Sexualaufklärungsangebote sich auf Jugendhilfeeinrichtungen fokussieren.

Digitale Teilhabe von Menschen mit Lernschwierigkeiten in gemeinschaftlichen Wohnformen und der Beitrag zur sexuellen Selbstbestimmung

Sexuelle Selbstbestimmung ist essentiell für die (sexuelle) Gesundheit eines Menschen. Menschen mit Lernschwierigkeiten erleben oft Einschränkungen ihrer sexuellen Rechte. In gemeinschaftlichen Wohnformen der Eingliederungshilfe (EGH) wurden pandemiebedingt oft pauschal starke Restriktionen umgesetzt, die die Teilhabe der Bewohner*innen einschränkten. Die Themen Liebe, Sexualität und Partnerschaft rückten in den Hintergrund, was zur Isolation der Bewohner*innen und Beeinträchtigungen ihrer Gesundheit führte. In dieser Situation wurde deutlich, wie grundlegend digitale Teilhabe für die gesellschaftliche Teilhabe dieser Personengruppe ist.

Mittels bundesweiter Online-Befragung von Mitarbeiter*innen in Einrichtungen der EGH wurde erfasst, wie sich die Rahmenbedingungen für digitale Teilhabe in Wohnformen der EGH während der Pandemie (Juni 2020 – Mai 2021) darstellten und nach dem Beitrag digitaler Teilhabe zu sexueller Selbstbestimmung gefragt.

129 vollständige Fragebögen: Mediale Infrastruktur: Verbesserungsbedarf hoch, bei bereits optimierter Infrastruktur. Digitale Teilhabe: Wünsche nach digitalen Medien und Assistenzbedarf auf Seite der Bewohner*innen gestiegen. Sexuelle Selbstbestimmung: Stellenwert hoch, digitale Angebote werden genutzt. Vielfältige Chancen und Herausforderungen werden deutlich.

Digitalisierung in der EGH bietet Chancen für mehr Teilhabe von Menschen mit Lernschwierigkeiten und ihre sexuelle Selbstbestimmung. Forschungen zur digitalen Teilhabe aus der Perspektive der Bewohner*innen mit geeigneten Instrumenten zu initiieren, ist ergänzend dringend gefordert.

Themenfelder
  • Themenfeldübergreifende Veranstaltung
Sprecher*innen
Wiebke Richter
PHÖNIX e. V. – Beratung und Hilfe für behinderte Menschen
Katja Stolte
coitoergosum: Digitale Ergotherapie für Psychische & Sexuelle Gesundheit, Berlin
Thomas Wilke
Goethe Universität Frankfurt, Germany
Tim Krüger
Humboldt-Universität zu Berlin
Katarina Prchal
Humboldt-Universität zu Berlin
09:00 - 10:30

Krisen und Katastrophen – Wie gut ist die ambulante Pflege in Deutschland auf solche Ereignisse vorbereitet?

H5 - Gesundheitsdienste I

Pandemien, Extremwetter oder massive Stromausfälle können Public-Health-Krisen auslösen. Für Personen, die in ihrer Häuslichkeit auf pflegerische Unterstützung angewiesen sind, ergeben sich dabei besondere Risiken. Wie kann ihre dezentrale Versorgung auch im Krisen- und Katastrophenfall aufrechterhalten werden? Wie können sie ggf. evakuiert und weiterversorgt werden? Wie können Gesundheits- und Pflegedienste sowie der Katastrophenschutz dabei vor Ort kooperieren?

Diese Fragen werden in dem vom BMBF geförderten Forschungsprojekt „Aufrechterhaltung der ambulanten Pflegeinfrastrukturen in Krisensituationen“ (AUPIK) in einem Konsortium aus verschiedenen Perspektiven bearbeitet.

Im Forum werden Zwischenergebnisse aus der IST-Analyse des mehrstufigen Forschungsprozesses präsentiert. Demnach werden die Herausforderungen bei der Aufrechterhaltung der dezentralen häuslichen Versorgung Pflegebedürftiger im Krisen- und Katastrophenfall oder bei einer ggf. erforderlichen Evakuierung noch kaum wahrgenommen. Eine bessere Zusammenarbeit der Gesundheits- und Pflegedienste und des Katastrophenschutzes ist dringend angezeigt, jedoch voraussetzungsvoll.

Das Risikobewusstsein zu erhöhen und die Kompetenz zu fördern, sich auf Krisen und Katastrophen vorzubereiten, hat hohe Priorität. Dies gilt für Mitarbeiter*innen von Gesundheits- und Pflegediensten wie auch für Pflegebedürftige und ihr soziales Umfeld. Zudem muss die Zusammenarbeit zwischen den Gesundheits- und Pflegediensten mit dem Katastrophenschutz im kommunalen und regionalen Kontext intensiviert werden.

Ethische und politikwissenschaftliche Perspektive

Durch die COVID-19-Pandemie ist erneut zu beobachten, dass Sorgebeziehungen und sozioökonomische Infrastrukturen der Fürsorge (insb. Pflege, Bildung) zentrale Bestandteile einer resilienten Krisenstrategie sind, aber als solche ungenügende Anerkennung und Unterstützung erfahren. Stattdessen herrscht ein instrumentelles, technisches Infrastrukturverständnis vor, welches u. a. aus ethischer Perspektive zu problematisieren ist.

Pflegewissenschaftliche Perspektive

Basierend auf einer Literaturanalyse und Befragung ambulanter Pflegedienste wird der IST-Stand der häuslichen Versorgung Pflegebedürftiger im Krisen- und Katastrophenfall dargestellt. Verglichen mit dem internationalen Entwicklungsstand zum sog. Disaster Nursing zeigt sich der hierzulande dazu bestehende Nachholbedarf besonders deutlich. Dem wird durch Organisations- und Personalentwicklung wie vor allem auch Vernetzungsinitiativen zu begegnen sein.

Perspektive des Katastrophenschutzes

Im Sinne eines sozialraumorientierten Bevölkerungsschutzes ist eine abgestimmte Zusammenarbeit zwischen Pflege und Katastrophenschutz wichtig, um die häusliche Versorgung Pflegebedürftiger in Krisen durch den Katastrophenschutz zu unterstützen. Hierfür entwickelt das DRK Konzepte und Materialien für eine Aufrechterhaltung der ambulanten Pfleginfrastrukturen sowie einen Betreuungsplatz für eine temporäre Zentralisierung von Pflegebedürftigen.

Themenfelder
  • Versorgung, Selbsthilfe, Patientinnen und Patienten
Sprecher*innen
Prof. Dr. Michael Ewers
Charité - Universitätsmedizin Berlin
Dr.in Heidi Oschmiansky
DRK e.V. - Generalsekretariat
Marco Krüger
Universität Tübingen
PD Dr.in Yvonne Lehmann
Charité - Universitätsmedizin Berlin
Marianne Schüsseler
DRK e.V. - Generalsekretariat
Katharina Wezel
Universität Tübingen
09:00 - 10:30

Gesunde Arbeit in gesunden Organisationen [DGPH & BAuA]

H2 - Lebenswelten V

Ergebnisse aus Studien zu Arbeit und Gesundheit liefern für die Umsetzung im Arbeitsschutz und für die Arbeitsgestaltung wichtige Informationen zur Verbreitung von Risiken und zu Ressourcen und bilden dabei im Längsschnitt zeitliche Trends ab. Längsschnittuntersuchungen sind wiederum die Grundlage für Untersuchungen zum Wirkgefüge zwischen Arbeit und Gesundheit. Die Ergebnisse geben Hinweise darauf, wo eine Regelsetzung im Arbeitsschutz oder eine Gefährdungsbeurteilung – empirisch begründet - ansetzen kann. Die wissenschaftliche Wissensbasis dient nicht allein der Vermeidung von Gesundheitsgefahren, sondern zeigt auch auf, wie die Motivation und das Wohlbefinden von Beschäftigten zu fördern und die Arbeit menschengerecht zu gestalten ist. Hier liegen die Chancen für eine evidenzbasierte Beratung von Politik und Praxis sowie für die Fortentwicklung von Arbeitsschutz und Arbeitsgestaltung.

Das Fachforum, das im fünften Jahr gemeinsam von der Deutschen Gesellschaft für Public Health und der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin veranstaltet wird, greift diese Fragen mit insgesamt drei Beiträgen auf. Im ersten Beitrag geht es um die Informationsflut durch digitale Medien am Arbeitsplatz, im zweiten um Beeinträchtigungen bei der Erholung von der Arbeit. Der dritte Vortrag beschäftigt sich mit der Erhebung von Gefährdungsfaktoren psychischer Belastungen bei der Arbeit.

Beitrag 1: Informationsflut durch digitale Medien am Arbeitsplatz – Einblick in ein Phänomen und Ansätze der Gestaltung

Angesichts einer stetig steigenden Nutzung digitaler Medien in der Erwerbarbeit ist die sog. Informationsflut, die bereits im letzten Jahrhundert durch den Begriff des „information overload“ geprägt wurde, von zunehmender Bedeutung für den Arbeitsalltag. Dieser Beitrag gibt einen Einblick in das Phänomen und dessen Ursachen und Bedingungen, ermittelt auf der Basis einer Bevölkerungsstudie dessen gesundheitliche Bedeutung und zeigt anhand einer empirischen Studie Gestaltungsmöglichkeiten auf.

Referentin: Dr. Gisa Junghans; Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

Beitrag 2: Erholungsbeeinträchtigungen bei Beschäftigten in Deutschland

Sich ausreichend nach getaner Arbeit zu erholen ist unabdingbar, um durch Arbeit entstandene Beanspruchungsfolgen zu minimieren. Erholung kann damit Ermüdungs- und Erschöpfungssymptomen entgegenwirken. Allerdings gelingt es nicht allen Beschäftigten, sich adäquat von der Arbeit zu erholen. Mithilfe von repräsentativen Daten aus der Studie zur Mentalen Gesundheit bei der Arbeit (S-MGA) wird ein Überblick über Erholungsprobleme bei verschiedenen Beschäftigtengruppen in Deutschland präsentiert.

Referentin: Anika Schulz; Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

Beitrag 3: Der Fragebogen zur Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen (FGBU)

Die Gemeinsame Deutsche Arbeitsschutzstrategie (GDA) empfiehlt in ihrer Leitlinie zur Gefährdungsbeurteilung und Dokumentation von 2017 eine Liste psychischer Belastungsfaktoren, die bei der Gefährdungsbeurteilung berücksichtigt werden sollen. In diesem Beitrag wird der Fragebogen zur Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen (FGBU) vorgestellt, der das Ziel hat, die dort genannten Belastungsfaktoren reliabel und valide zu messen. Gleichzeitig diskutiert er Möglichkeiten zur Interpretation der Fragebogenergebnisse.

Referent: Prof. Dr. Jan Dettmers; Fernuniversität Hagen

Themenfelder
  • Gesundheit in der Arbeitswelt
Sprecher*innen
PD Dr. Dr. Burkhard Gusy
Freie Universität Berlin (FB Erwiss. & Psych.)
Dr. Uwe Rose
Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin
Prof. Dr. Jan Dettmers
Fernuniversität Hagen
Dr.in Gisa Junghanns
Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin
Anika Schulz
Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin
10:30 - 11:00

Pause

Zentrale Veranstaltung
11:00 - 12:30

Planungszellen und Gesundheitsbeiräte - Mehr Bürger:innenbeteiligung in der Gesundheitspolitik auf kommunaler und Bundeseebene wagen

H1 - Gesundheitsfördernde Gesamtpolitik I

Es wird zwei Impulsvorträge zu Beteiligungsprojekten auf Bundes- und Landkreisebene geben, die dann in einem Learning Café mit den teilnehmenden diskutiert werden

Planungszellen und Bürgerbeiräte beteiligen zufällig ausgewählte Bürger:innen an Planungs- und Entscheidungsprozessen und leisten einen Beitrag zur partizipativen Entwicklung einer gesundheitsförderlichen Gesamtpolitik. Die Zufallsauswahl ist ein besonders inklusives Verfahren, wenn auch das Ziel, Diversität repräsentativ abzubilden, oft nicht erreicht wird.

Das nexus Institut führte 2021 Planungszellen zur Zukunft der Gesundheitsversorgung auf Bundesebene durch und begleitet einen Bürgerbeirat Gesundheit auf Landkreisebene. Im Seminar werden die Methodik und (Teil-)Ergebnisse beider Formate dargestellt sowie Möglichkeiten und Grenzen der Bürger:innenbeteiligung in der Gesundheitspolitik diskutiert.

Die Übersetzung gesundheitspolitischer Themen in für Lai:innen diskutierbare Fragestellungen ist durch die komplexe Struktur des Gesundheitssystems mit seinen vielen Akteuren, Entscheidungsstrukturen und Zuständigkeiten herausfordernd. Während auf kommunaler Ebene praxisnahe Problemstellungen diskutiert werden und konkrete Empfehlungen abgeleitet werden können, lassen sich auf Bundesebene nur voraussetzungsvollere Systemfragen diskutieren; Empfehlungen bleiben abstrakt.

Wenn das Ziel der Gesundheitsförderung ist, die Kontrolle über die Bedingungen der Gesundheit zu erhöhen, dann ist eine Verstärkung der Bürger:innenbeteiligung im Gesundheitswesen, die über die Patient:innenbeteiligung hinausgeht, unerlässlich. Im interaktiven Teil werden aufbauend auf die Vorträge Ideen für eine Stärkung der Bürger:innenbeteiligung in der Gesundheitspolitik diskutiert.

Planungszelle Zukunft der Gesundheitsversorgung

Die Methodik und Ergebnisse der Planungszellen zum Thema „Welches Gesundheitssystem wünschen sich Bürger:innen und wie wollen sie dieses mitgestalten?“, konzeptionell eingebettet im WHO-Rahmenkonzept zu bürgerzentrierter Gesundheitsversorgung, werden vorgestellt. Dabei diskutierten 200 zufällig ausgewählte Bürger:innen in 4 Städten in Deutschland relevante gesundheitspolitische Fragestellungen: Prävention, ambulante und stationäre Versorgung, Gesundheitsleistungen und Mitbestimmung.

Gesundheitsbeiräte auf Landkreisebene

Im Oktober 2021 hat der Bürgerbeirat Gesundheitsregionplus im Landkreis Dachau seine Arbeit aufgenommen. In diesem Impuls werden das methodische Verfahren sowie erste Zwischenergebnisse, die aus den Themenkorridoren Gesundheitsversorgung und Pflege ausgewählt wurden, vorgestellt. Um eine kompetente Entscheidungsfindung der Bürgerbeiräte zu ermöglichen, werden diese durch Expert:innen und Praxispartner:innen informiert.

Möglichkeiten und Grenzen der Bürger:innenbeteiligung in der Gesundheitspolitik

In einem Learning Cafe werden die Lessons aus den vorgestellten Bürger:innenbeteiligungsverfahren mit den Kongressteilnehmenden reflektiert und Empfehlungen erarbeitet: Wieviel Kompetenz braucht es, um als Bürger:in Gesundheitspolitik mitzugestalten? Welche Vor- und Nachteile hat Bürger:innenbeteiligung im Vergleich zu Gesundheitsbewegungen und Patient:innenorganisationen?

In dieser Veranstaltung wird das Tool Mural der amerikanischen Firma Tactivos, Inc. dba MURAL, 650 California St, San Francisco, CA 94108, USA genutzt. Wenn Sie das Tool nutzten, werden Sie zu einem externen Server weitergeleitet. Es gelten die Datenschutzhinweise von https://www.mural.co/terms/privacy-policy?utm_medium=paid-search&utm_source=adwords&utm_campaign=sitelink-extensions-about-us&utm_content=mural+board. Die Teilnahme ist freiwillig.

Themenfelder
  • Kommune
Sprecher*innen
Dr. Arnd Hofmeister
nexus Institut für Kooperationsmanagement und interdisziplinäre Forschung GmbH
Prof. Dr. Christiane Dienel
nexus Institut für Kooperationsmanagement und interdisziplinäre Forschung GmbH
Dr.in Katja Aue
nexus Institut für Kooperationsmanagement und interdisziplinäre Forschung GmbH
Dr.in Christine von Blanckenburg
nexus Institut für Kooperationsmanagement und interdisziplinäre Forschung GmbH
Franziska Detsch
nexus Institut für Kooperationsmanagement und interdisziplinäre Forschung GmbH
Tzvetina Arsova Netzelmann
nexus Institut für Kooperationsmanagement und interdisziplinäre Forschung GmbH
Nicolas Bach
nexus Institut für Kooperationsmanagement und interdisziplinäre Forschung GmbH
2/75 Teilnehmende
11:00 - 12:30

Roadmap hin zu einer inklusiven, rassismussensiblen Public Health Forschung in Deutschland

H1 - Gesundheitsfördernde Gesamtpolitik II

Die online Spring School “Racism, Health and Colonial continuities” im April 21 hat Diskussionen über Zusammenhänge zwischen Gesundheit, Rassismus und kolonialen Kontinuitäten unter Wissenschaftler*innen, Aktivist*innen, Studierenden und Entscheidungsträger*innen ermöglicht. Die Auswirkung von Rassismus als soziale Determinante von Gesundheit und Diskriminierungsform, auch unabhängig von Migrationsgeschichte, wurden eingängig diskutiert. Die Datenlage zur Erfassung von Rassismus ist lückenhaft und durch Aktivismus und communitybasierte Dokumentation geprägt, Methoden sind nicht standardisiert und wenig verbreitet. Die Erfahrungen rassifizierter Menschen in Deutschland sind im Public Health Diskurs unsichtbar. Eine Einordnung der Thematik und in koloniale Kontinuitäten findet nicht statt.

Mit der Worldcafésmethode möchten wir den Teilnehmenden einen Wissens- und Erfahrungsaustausch in mehreren kleinen Diskussionsrunden ermöglichen.
Schlussfolgerung/Ergebnisse Ziel des Seminars ist die Initialzündung für eine Roadmap. Hierbei sollen konkrete Indikatoren, Meilensteine und Ziele, jenseits von rhetorischen „no racism“ Statements, hin zu einer rassismussensiblen Public Health Forschung im deutschsprachigen Raum, entwickelt werden.

Strategien für nachhaltige partizipative Forschungsansätze können kritischen Reflektion anstoßen und zur Reduktion von Rassismus in Public Health beitragen. Teilnehmende des Workshops können sich an der transdisziplinären Entwicklung rassismussensibler Konzepte beteiligen und diese als Multiplikator*innen in ihre Communitys, Forschungs- und Arbeitsgruppen tragen.

"Informationen zu den Kommunikationsregeln für einen produktiven Austausch in unserem Fachforum finden Sie hier: https://is.gd/MmbvJA"

Rassismus methodisch angemessen erfassen

Rassismus zu erfassen, erfordert differenzierte standardisierte Methoden, welche bisher unzureichend entwickelt sind. Gleichzeitig findet bestehendes Wissen rassifizierter Community Akteur:innen in der Public Health Forschung wenig Beachtung. An diesem runden Tisch werden bestehende Erfassungsmethoden diskutiert, Parallelen und Abgrenzungen zur Migrationsforschung identifiziert und Herangehensweisen zur nachhaltigen und partizipativen Integration von Communitywissen angestoßen.

Rassismus auf der Public Health Agenda

Rassismus ist in der Public Health Landschaft im deutschsprachigen Raum häufig mit Abwehrhaltungen verbunden. Rassismus als soziale Determinante, auch in nicht spezifisch darauf bezogenen Erhebungen, wird allerdings bisher nur unzureichend berücksichtigt. Welche Maßnahmen müssen ergriffen werden um Rassismus in der Public Health Forschung, jenseits von defizitorientierten Ansätzen und in kritischer Reflektion und Aufarbeitung kolonialer Kontinuitäten, stärker zu berücksichtigen?

Reflektion eigener Positionalitäten und Rassismuserfahrungen

Die Auseinandersetzung mit Rassismus in der Forschung erfordert eine kritische Reflektion der eigenen Positionalitäten und Perspektiven aus persönlicher Rassismuserfahrung und intersektionaler Diskriminierung. An diesem Tisch möchten wir diskutieren, wie erlernte Muster und Entscheidungsmechanismen hinterfragt und verändert werden können. Wie können konstruktive Umgänge geschafft, Mikroagressionen sowie Retraumatisierung in der Zusammenarbeit vermieden und sichere Räume ermöglicht werden?

Erfahrungen mit antimuslimischem Rassimus und Gesundheit

In Deutschland sind Studien über die Beziehung zwischen antimuslimischem Rassismus und Gesundheit rar. Wir gingen der Frage nach, welche Rassismuserfahrungen muslimisch wahrgenommene Personen in Baden-Württemberg machen und ob sich diese Erfahrungen auf ihr psychisches, physisches und soziales Wohlbefinden auswirken.

Anhand des theoretischen Samplings wurden 24 als muslimisch wahrgenommene Menschen zwischen 18 und 36 Jahren rekrutiert. Zwei ebenfalls als muslimisch wahrgenommene Interviewerinnen führten 20 der 24 biografisch-narrativen Interviews durch. Der Interviewleitfaden basierte auf Arbeiten des Muslim Mental Health Lab der Stanford University und war in einem Pretest erprobt worden. Die Codierung und Auswertung basierten auf der Grounded Theory. Datengewinnung und -analyse erfolgten parallel, die Konzepte Alltagsrassismus und Gesundheit dienten als theoretischer Rahmen.

Eine Sättigung fand sich bei folgenden Phänomenen: Schule, Polizei, Kopftuch, Trauma, Sicherheitsgefühl, Identität, Zugehörigkeit und Familie. Die Befragten berichteten von unfairen Noten im Bildungswesen, respektlosen Kontrollen durch die Polizei und Erlebnissen von Othering in vielen Lebensbereichen. Kopftuchträgerinnen wurden als häufigere Zielscheibe von Rassismus gesehen. Familiärer Zusammenhalt pufferte die Stressreaktionen.

Beschäftigte im Gesundheitswesen sollten über den Zusammenhang von Rassismus und Gesundheit informiert sein. Partizipativ mit der muslimischen Community sollten strukturelle Maßnahmen gegen antimuslimischen Rassismus entwickelt und implementiert werden.

In dieser Veranstaltung wird das Tool Mentimeter der schwedischen Firma Mentimeter AB, Tulegatan 11, SE-113 86 Stockholm, Schweden genutzt. Wenn Sie das Tool nutzten, werden Sie zu einem externen Server weitergeleitet. Es gelten die Datenschutzhinweise von https://www.mentimeter.com/privacy. Die Teilnahme ist freiwillig.

 

Themenfelder
  • Health Inequalities
Sprecher*innen
Dr.in Angela Schuster
Institut für Allgemeinmedizin Charité
Leman Bilgic
Charité - Universitätsmedizin Berlin
Darius Savelsberg
Charité Universitätsmedizin Berlin
Armanda Serwah
Global Health AG
Dr.in Ekua Yankah
University of New South Wales
Angelina Taylor
Robert Koch-Institut
Kahina Toutaoui
Charité - Universitätsmedizin Berlin
Kofi Acheampong
Universität Witten/Herdecke
Dr.in Anne-Sophie Windel
femmed e.V.
Zeynep Ünsal
Maastricht University
Gülsah Tarcan
Hochschule Furtwangen
11:00 - 12:30

Betriebliche Gesundheitsförderung im Pflege-Setting - MEHRWERT:PFLEGE in Forschung und Praxis

H2 - Lebenswelten II

Die Session thematisiert betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) in der Pflegebranche. Beschäftigte in Krankenhäusern, stationären Pflegeeinrichtungen und ambulanten Pflegediensten sind im beruflichen Alltag mit verschiedenen physischen und psychischen Belastungen konfrontiert, die sich negativ auf die Gesundheit auswirken können.

Die Ersatzkassen haben das Unterstützungsangebot MEHRWERT:PFLEGE entwickelt. Dieser BGM-Beratungsansatz wird vorgestellt und ein Einblick in die bisherigen Umsetzungserfahrungen gegeben. Zudem wird das Forschungsvorhaben „WAI-Pflege – Arbeitsfähigkeit und Wohlbefinden in der Pflege stärken“ präsentiert. Erprobt wird ein auf die Pflege zugeschnittenes Analyseinstrument, um gesundheitsgerechte Arbeitsbedingungen partizipativ zu gestalten.

Die Implementierung eines nachhaltigen BGM ist eine langfristige Strategie, um die Beschäftigtengesundheit zu fördern. Im Rahmen des WAI-Pflege-Projektes werden drei miteinander verzahnte Komponenten entwickelt und pilotiert: ein Fragebogen zur Einschätzung der aktuellen Ist-Situation, ein Workshop-Konzept zur systematischen Ableitung von Verbesserungsmaßnahmen sowie eine Qualifizierung von betrieblichen Multiplikatoren*innen.

Die Teilnehmenden diskutieren die Chancen und Herausforderungen, die im BGM in Settings der Pflege entstehen. Die Veranstaltung bietet die Möglichkeit, den Entwicklungsgrad des BGM in der eigenen Organisation zu reflektieren und vom Praxistransfer der vorgestellten Forschungsergebnisse zu profitieren. Die Erkenntnisse und Erfahrungen geben neue Impulse für das eigene betriebliche Handeln im Rahmen des BGM.

Betriebliches Gesundheitsmanagement ist mehr als der Obstkorb

MEHRWERT:PFLEGE beinhaltet eine kostenfreie Prozessberatung von Krankenhäusern und stationären Pflegeeinrichtungen zum Aufbau ihres BGMs.Kernstück ist der speziell für den Pflegebereich entwickelte Gesundheitsbaukasten.Dieser bietet Maßnahmen der Gesundheitsförderung,die nach Bedarf ausgewählt u. in den Gesamtprozess integriert werden können.MEHRWERT:PFLEGE fußt auf dem Ansatz der systemischen Organisationsberatung. Ziel ist es, eine gesundheitsfördernde Organisationsentwicklung zu unterstützen.

Praxiseinblick: BGM - So läuft´s bei uns!

Anhand von Beispielen und praxisnahen Erfahrungen wird aufgezeigt, wie betriebliche Gesundheitsförderung in den Organisationen integriert werden kann. In dem geplanten Talk werden daher sowohl Erfolgsfaktoren als auch Hemmnisse in der Umsetzung von BGM aus Sicht der Organisationen beleuchtet.

WAI-Pflege – Arbeitsfähigkeit und Wohlbefinden in der Pflege stärken

Der Beitrag stellt die Konzeption und die betrieblichen Erfahrungen mit dem Instrument „WAI-Pflege“ vor. Die einzelnen Komponenten des „WAI-Pflege“ werden näher vorgestellt und diskutiert. Zudem wird über den aktuellen Stand und die Erfahrungen, die im Rahmen der Erprobung der Pilotbetriebe gemacht wurden, berichtet. Um den Praxistransfer der vorgestellten Inhalte zu unterstützen, werden interaktive Elemente verwirklicht, die einen praxisnahen Einblick in die Durchführung des WAI-Pflege bieten.

Themenfelder
  • Gesundheit in der Arbeitswelt
Sprecher*innen
Stefanie Thees
Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek)
Prof.in Dr.in Anja Liebrich
GAW gemeinnützige Gesellschaft für Arbeitsfähigkeit und Wohlbefinden mbH
Tobias Reuter
GAW gemeinnützige Gesellschaft für Arbeitsfähigkeit und Wohlbefinden mbH
Juliane Wojciech
Klinikum Nürnberg
Isabella Schmitt
Verband der Ersatzkassen e.V.
Michaela Stern
Caritasverband Erzdiözese München und Freising e. V.
11:00 - 12:30

KOMBINE: Partizipative Implementierung der Nationalen Empfehlungen für Bewegung und Bewegungsförderung in der Lebenswelt Kommune aus Sicht von Praxis und Wissenschaft

H2 - Lebenswelten III

Die lokale Umsetzung der Nationalen Empfehlungen (NEBB) in der Kommune stellt eine Herausforderung dar. Sie erfordert die bedarfsorientierte, wissenschaftlich fundierte, partizipative und nachhaltige Entwicklung bewegungs- und gesundheitsförderlicher Strukturen, die im Projekt KOMBINE adressiert wird. Basierend darauf richtet sich das Fachforum auf die Diskussion von Erfahrungen und Lösungen unter dem Motto „Was jetzt zählt“ aus Sicht von kommunaler Praxis und Wissenschaft.

Phase 1 umfasste die partizipative Entwicklung eines Handlungsmodells zur Umsetzung der NEBB, welches in Phase 2 in ausgewählten Modellkommunen (MK) erprobt wurde. Darauf aufbauend erfolgt in Phase 3 die Erstellung eines KOMBINE Manuals.

In Phase 1 wurde ein sechsphasiges Handlungsmodell mit neun Schlüsselfaktoren für die erfolgreiche Umsetzung kommunaler Bewegungsförderung entwickelt. Zentraler Bestandteil ist die Einrichtung kooperativer Planungsgruppen (KPG). In sechs ausgewählten MK ist die Einrichtung dieser intersektoral zusammengesetzten KPG u.a. aus Politik, Verwaltung und Bürgerschaft gelungen. Gemeinsam wurden verschiedene Maßnahmen entwickelt und teilweise bereits umgesetzt.

Insbesondere die Einbindung der Politik und von Menschen in schwierigen Lebenslagen sowie die Auswirkungen der COVID-19 Pandemie auf die Umsetzung von Maßnahmen und deren Evaluation erwiesen sich als schwierig. Erfahrungen und Lösungsansätze werden vorgestellt und diskutiert.

Erprobung eines Handlungsmodells zur Umsetzung kommunaler Bewegungsförderung in der Lebenswelt Kommune

Das in Phase 1 koproduzierte Handlungsmodell besteht aus sechs Phasen und beinhaltet die Bildung kooperativer Planungsgruppen, welche in allen Modellkommunen mit intersektoraler Beteiligung eingerichtet wurden. Diese entwickelten zahlreiche Maßnahmen in den Bereichen persönliche Fähigkeiten (n=48), Infrastruktur (n=7), gesundheitsförderliche Politik (n=9) und bürgerschaftliches Engagement (n=7). Herausforderungen und Lösungsansätze werden aus Sicht der Wissenschaft diskutiert.

Umsetzung kommunaler Bewegungsförderung aus Sicht städtischer Kommunen: Ausgangslage, Maßnahmen, Lessons Learned

Beitrag 2 stellt Erfahrungen der Städte Marburg und Solingen sowie der Metropole Stuttgart zur Umsetzung des Handlungsmodells vor. Dabei werden die unterschiedlichen Ausgangslagen, die entwickelten Maßnahmen aus den Bereichen persönliche Fähigkeiten, Infrastruktur, gesundheitsförderliche Politik und bürgerschaftliches Engagement sowie deren Umsetzung exemplarisch beschrieben. Herausforderungen und Lösungsansätze werden aus Sicht der drei städtischen Kommunen diskutiert.

Umsetzung kommunaler Bewegungsförderung aus Sicht ländlicher Kommunen: Ausgangslage, Maßnahmen, Lessons Learned

Beitrag 3 stellt Erfahrungen der Landkreise Segeberg, Schmalkalden-Meiningen und Bad Kissingen zur Umsetzung des Handlungsmodells vor. Dabei werden die unterschiedlichen Ausgangslagen, die entwickelten Maßnahmen aus den Bereichen persönliche Fähigkeiten, Infrastruktur, gesundheitsförderliche Politik und bürgerschaftliches Engagement sowie deren Umsetzung exemplarisch beschrieben. Herausforderungen und Lösungsansätze werden aus Sicht der drei ländlichen Kommunen diskutiert.

Themenfelder
  • Kommune
Sprecher*innen
Prof. Dr. Dr. h.c. Alfred Rütten
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Dr.in Jana Semrau
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Simone Kohler
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Susanne Hofmann
Fachdienst Gesunde Stadt
Andi Mündörfer
Amt für Sport und Bewegung
Hannah Görzel
Stadt Marburg
Christopher Winter
Geschäftsstelle Solinger Sportbund e.V.
Juliane Kokot
Kreisverwaltung Segeberg
Martina Rauh
Bäderland Bayerische Rhön GmbH & Co. KG
Angela Bauer
Landratsamt Schmalkalden-Meiningen
11:00 - 12:30

Jugendliche als Expert*innen ihrer Lebenswelt

H2 - Lebenswelten IV

Über Kinder und Jugendliche wird - nicht nur in der Corona Pandemie - an vielen Stellen diskutiert. Sie selbst bleiben dabei allerdings meist ungehört, ein Handeln im besten Interessen (Art.3 KRK) und eine Gewährleistung des Rechts auf Gehör (Art. 12 KRK) scheinen vielfach vergessen. Die Beiträge gehen der Frage nach, wie es gelingen kann, junge Menschen verstärkt als Expert*innen ihrer Lebenswelt in Wissenschaft und Praxis Raum zu geben, um von ihrer aktuellen Lebenssituation zu hören und Wege für den Dialog mit Verantwortungstragenden zu eröffnen.
Im ersten Beitrag werden Erkenntnisse zur Gestaltung gelingender Partizipationsprozesse aus Lehrforschungs- und Praxisprojekten an der Hochschule Magdeburg-Stendal vorgestellt, bei denen junge Menschen als Co-Forscher*innen agieren.
Im zweiten Beitrag liegt der Fokus auf konkreten Ergebnissen für ein jugendgerechtes Pandemiemanagement, welches mit praxisnaher und jugendgerechter Methodik von Kinder- und Jugendinteressenvertretungen, sowohl auf Kommunal- als auch Landesebene, untermauert wird.
Der dritte Beitrag behandelt die Thematik, wie und warum Partizipation und Inklusion von Menschen mit psychosozialen Beeinträchtigungen durch Eingreifen von Fachkräften und einer Gamifizierung notwendigerweise erreicht werden können. Dazu dienen konkrete Beispiele und Erfahrungen aus der Praxisarbeit mit psychosozial benachteiligten Menschen.

Chancen und Herausforderungen partizipativer Gesundheitsforschung mit Kindern und Jugendlichen

Die Corona Pandemie hat die Vulnerabilität von Kindern und Jugendlichen als gesellschaftliche Gruppe erneut sichtbar gemacht. Die Diskurse marginalisierten junge Menschen und sie selbst bleiben meist ungehört. Ein Handeln im besten Interesse (Art.3 KRK) und eine Gewährleistung des Rechts auf Gehör (Art. 12 KRK) wurden vielfach missachtet. Hier muss die Frage gestellt werden, wie es gelingen kann, junge Menschen verstärkt als Expert*innen ihrer Lebenswelt zu verstehen, Wissen und Evidenz auf Grundlage ihres subjektiven Wissens herauszuarbeiten.

Um jungen Menschen in der Forschung eine Stimme zu geben, werden in Lehrforschungs- und Praxisprojekten an der Hochschule Magdeburg-Stendal seit 2009 partizipative Ansätze genutzt, bei denen junge Menschen als Co-Forscher*innen agieren. Neben dem Wissen um ihre Perspektiven auf verschiedene Themen, konnten so Erkenntnisse zur Gestaltung gelingender Partizipationsprozesse gesammelt werden.

Ist partizipative Forschung an sich schon anspruchsvoll, zeigen sich in der Durchführung mit Kindern und Jugendlichen noch einmal ganz eigene Herausforderungen an Forschungsethik, -haltungen und –praxen.

Forschungsprozesse mit jungen Menschen können nur gelingen, wenn: Partizipation emanzipatorisch gedacht wird. Forschende ihre eigenen Vorstellungen vom Kind- bzw. Erwachsensein und damit verbundene Machtverhältnisse kritisch reflektieren. Methoden den Lebenswelten und dem Alter der Kinder und Jugendlichen angemessen sind. Und das Recht auf auf Partizipation auch in der Forschung geachtet wird. Forschungspraxen sowie forschungsethische und datenschutzrechtliche Vorgaben sind unter diesen Gesichtspunkten kritisch zu hinterfragen.

Welche Relevanz haben kommunale Kinder- und Jugendinteressenvertretungen für ein jugendgerechtes Pandemiemanagement?

Welche Relevanz haben kommunale Kinder- und Jugendinteressenvertretungen für ein jugendgerechtes Pandemiemanagement?

Mit jugendgerechter Methodik leisten Kinder- und Jugendbeauftragte Vermittlungsarbeit zwischen den Kindern und Jugendlichen sowie Politik und Verwaltung. Einigen gelang es, Dialogstrukturen zu etablieren, um die Bedürfnisse junger Menschen im kommunalen und landesweiten Pandemiemanagement berücksichtigen zu können. So initiierte bspw. die Hansestadt Stendal zusammen mit jungen Menschen eine Online-Umfrage, sammelte Videostatements u.v.m. Der Landeskinder- und Jugendbeauftragte von Sachsen-Anhalt führte eine digitale Jugendkonferenz mit 112 Teilnehmenden durch.

Im Ergebnis konnten die Bedürfnisse junger Menschen im Pandemiemanagement berücksichtigt werden. So hat Sachsen-Anhalt nach dem Jugenddialog die Möglichkeiten der Kinder- und Jugendhilfe zur Unterstützung junger Menschen verbessert. Die Hansestadt Stendal hat sich aktiv damit auseinandergesetzt. 2021 sendete der Oberbürgermeister eine Videobotschaft mit motivierenden Worten. Es wurde ein Selfcare-Workshop für Kinder und Jugendliche umgesetzt.

Der Diskussionsbeitrag stellt die Möglichkeiten und Methodiken einzelner Kinder- und Jugendbeauftragten im Pandemiemanagement vor. Er diskutiert dann ihre Relevanz und Rolle und fragt abschließend, wie sich hierüber ein kinder- und jugendgerechteres Pandemiemanagement im Zusammenspiel von Land und Kommune etablieren ließe.

Eingreifen, um nicht im Stich zu lassen - Gamifizierung realer Settings

Die Diskussion zu Diskriminierung und Ausgrenzung kommt auch in der Sozial- und Gesundheitsarbeit an. Eine Sensibilisierung findet statt, Sprache und Umgangsformen werden neu diskutiert. Zu wenig werden dabei fachliche Lösungsstrategien diskutiert, wenn psychosozial beeinträchtigte Menschen - durch eigentlich sinnvolle Rücksichtnahme auf persönliche Grenzen und Rechte - nicht inkludiert werden. Greifen wir ein oder lassen wir sie im Stich?

Mit Erfahrung in der Arbeit mit traumatisierten Menschen entwickelt Caiju Formate für Mainstream-Settings. Vorgänge in Unternehmen, im Gemeinwesen oder bspw. in Beratungssituationen werden modifiziert. Im Sinne einer Gamifizierung werden Alias, Avatare, Spielregeln mit besonderen Konventionen für Abläufe und Auswertungen so konzipiert, dass psychosozial beeinträchtigte Menschen inkludiert werden und sie ihre persönlichen Kompetenzen weiterentwickeln, ohne als benachteiligt definiert zu werden.

Am Beispiel von “Blitzjobs für junge Menschen” (650 junge Menschen in 5.500 Arbeitseinsätzen bei 200 Einsatzstellen) und “BeratungsSpiele” (Rollenspiele mit psychosozial benachteiligten Menschen im Qualitätsdialog untereinander bzw. mit Fachleuten) hat sich gezeigt, wie gamifizierte Wirklichkeiten als Teil und Erweiterung der Sozial- und Gesundheitsarbeit wirken können.

Auffälligerweise sind im deutschen “Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz” Menschen mit psychosozialen Beeinträchtigungen nicht erwähnt. Wenn sie nicht weiterhin im Stich gelassen werden sollen, benachteiligt im Erwerb persönlicher Kompetenzen, bedarf es einer fachlichen Auseinandersetzung über die gesellschaftliche Diskussion zu Partizipation, Diskriminierung und Ausgrenzung hinaus.

Themenfelder
  • Jugendliche
Sprecher*innen
Dr. Johanna Mahr-Slotawa
Freie Universität Bozen
Prof.in Dr.in Susanne Borkowski
Hochschule Magdeburg - Stendal
Holger Paech
Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration des Landes Sachsen-Anhalt
Isabel Peters
KinderStärken e. V.
Daniel Beck
Caiju - Innovationswerkstatt und Verein
11:00 - 12:30

Klima, Krieg und Gesundheit– Wie Mediziner*innen sich für Klimaschutz und Frieden einsetzen können

H4 - Kompetenzen I

Ärzt*innen können als Wissenschaftler*innen eine entscheidende Rolle bei der Prävention von Gewalt spielen, indem sie die Gesundheits- und Umweltfolgen z.B. von Atomwaffen, Krieg und Militärinterventionen öffentlich machen. Was ist medizinische Friedensarbeit? Und wie können sich Mediziner*innen gegen die gesundheitsschädlichen Folgen von Klimakatastrophe und Krieg einsetzen?

Die Ärztin Dr. Katja Goebbels referiert auf der Online-Veranstaltung über die Zusammenhänge zwischen Klimakrise, Aufrüstung und Konflikten. Zudem berichtet sie über die Möglichkeiten für ein Engagement als Ärzt*in oder Medizinstudierende*r und erzählt von ihrem persönliches Engagement bei den Internationalen Ärzt*innen für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW).

Die Online-Veranstaltung soll interaktiv gestaltet sein und ausreichend Raum für Fragen lassen.

Militär, Rüstungsindustrie und Krieg verbrauchen ungeheure Mengen an fossilen Brennstoffen: Das US-Verteidigungsministerium allein verzeichnete beispielsweise 2017 einen höheren Treibhausgasausstoß als Länder wie Dänemark oder Schweden. Eine umfassende Erhebung und Veröffentlichung der Treibhausemissionen der Bundeswehr gibt es bisher nicht. Auch im Klimaschutzgesetz bleiben sie ausgespart. Der Klimawandel verstärkt jedoch Konfliktfaktoren wie Nahrungsmittel- und Trinkwasserknappheit, Armut, ungesunde Lebensbedingungen und Naturkatastrophen. Das wiederum erhöht die Wahrscheinlichkeit gewaltsamer Auseinandersetzungen.

Die Online-Veranstaltung wird interaktiv gestaltet sein mit Breakout-Rooms und ausreichend Raum für Fragen.

„Klima, Krieg und Gesundheit– Wie Mediziner*innen sich für Klimaschutz und Frieden einsetzen können“

Ärzt*innen können als Wissenschaftler*innen eine entscheidende Rolle bei der Prävention von Gewalt spielen. Wie können sich Mediziner*innen gegen die gesundheitsschädlichen Folgen von Klimakatastrophe und Krieg einsetzen?

Angelika Claußen referiert auf der Online-Veranstaltung über die Zusammenhänge zwischen Klimakrise, Aufrüstung und Konflikten. Das Seminar wird interaktiv gestaltet. Die Teilnehmer*innen erfahren Möglichkeiten für ein Engagement für Klimaschutz und Frieden.

Themenfelder
  • Globale Gesundheit
Sprecher*innen
Frauke Gundlach
IPPNW Deutschland
Angelika Claußen
IPPNW Deutschland
Laura Wunder
IPPNW Deutschland
11:00 - 12:30

Digitalisierung in vulnerablen Zielgruppen: Neue Lebenswelten durch individuelle Kompetenzen

H4 - Kompetenzen II

Obwohl diese Aussage fast einem Allgemeinplatz gleichkommt, so hat die Digitalisierung doch mittlerweile Einzug in nahezu alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens gehalten. Dies gilt auch für das Gesundheitswesen sowie Maßnahmen der Prävention und Gesundheitsförderung. Doch trotz vermeintlicher Allverfügbarkeit und niedrigschwelliger Zugänge profitieren nicht alle Bevölkerungsgruppen gleichermaßen von digitalen Angeboten. Insbesondere bei vulnerablen Zielgruppen (z. B. Personen mit kognitiven Beeinträchtigungen, im hohen Alter oder mit sozialer Benachteiligung) bestehen weiterhin Barrieren in der Nutzung gesundheitsbezogener digitaler Anwendungen, welche gesundheitliche Ungleichheiten verstärken können.
Die Session befasst sich daher mit hinderlichen und förderlichen Bedingungen für den gelingenden Einsatz von Digitalisierung zur Prävention und Gesundheitsförderung auf individueller (z. B. Gesundheits- und Technikkompetenz, motivationale Komponente) sowie struktureller Ebene (z. B. Einbezug von Sozialverbänden, Verankerung im Sozialraum). Dabei werden gesundheitsbezogene digitale Angebote vorgestellt, welche die Bedürfnisse und Bedarfe vulnerabler Zielgruppen fokussiert. Auf Basis eines Erfahrungsaustauschs aus verschiedenen Projekten sollen Herausforderungen sowie Lösungsansätze identifiziert und diskutiert werden. Die Berücksichtigung dieser Faktoren ist für die Entwicklung und Etablierung niedrigschwelliger und zielgruppenspezifischer digitaler Anwendungen erforderlich, um Inklusion und digitale Teilhabe zu ermöglichen.

"Leichte" Gesundheits-Apps für Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen

Auf dem Gesundheitsmarkt entstehen zahlreiche Gesundheits-Apps mit dem Ziel, Menschen zu gesünderem Verhalten zu animieren. Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen finden sich dabei nicht im Fokus der Entwickler*innen und Anbieter. Verständlichkeit und Bedienbarkeit der Apps erfordern oft ein hohes Maß an kognitiver Leistungsfähigkeit und Selbstreflexion. Es mangelt an barrierefreien Angeboten und Sensibilität für die Zielgruppe.

Gemeinsam mit dem Zentrum für Psychosoziale Medizin des Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) entwickeln und testen wir eine „leichte“ Gesundheits-App mit verhaltenstherapeutischen Übungen für den Alltag für Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen. Die Übungen sollen depressive Verstimmungen reduzieren und das Selbstwertgefühl der Nutzer*innen stärken. Zudem wollen wir Erkenntnisse über das Potential von „leichten“ Gesundheits-Apps für Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen gewinnen und Entwickler*innen und Anbieter von Gesundheits-Apps im Hinblick auf digitale Barrierefreiheit sensibilisieren.

Die "leichte" App wird in Zusammenarbeit mit einem IT-Dienstleister entwickelt und der Prototyp mehrfach von der Zielgruppe getestet. Dabei wird geprüft in wie weit die Inhalte der App in Leichter Sprache, aber auch die technische Bedienbarkeit und Gestaltung der App für die Zielgruppe zugänglich sind.

Im Fokus des Projekts "Leichte" Gesundheits-Apps stehen somit Fragen digitaler Teilhabe von Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen. Im Beitrag sollen Barrieren für Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen vorgestellt, Perspektiven von Betroffenen dargestellt und erste Aspekte einer barrierefreien Ausgestaltung vorgestellt und diskutiert werden.

Nicht allein gelassen - Interaktion von Häuslichkeit und Begegnungsstätte, mit Gesundheits- und Technikkompetenz in die Zukunft

Das landesspezifische Projekt entstand in Kooperation mit dem GKV-Bündnis für Gesundheit und der Volkssolidarität Landesverband Sachsen-Anhalt e.V..
Projektförderung: vom 01.01.2021 bis 31.12.2024.

Ziel des Projektes ist es, dass Menschen trotz fehlender und geringer Mobilität einen Zugang zur Begegnungsstätte erhalten - und das aus ihrer Häuslichkeit heraus - mittels digitaler Hilfsmittel. In diesem Kontext werden gesundheitsfördernde Angebote und Informationen bereitgestellt. Diese zielen schließlich darauf ab, eine Verbesserung der Lebensqualität, Förderung der gesundheitlichen Ressourcen und Steigerung der Gesundheitskompetenzen zu erreichen. Auf diese Weise wird vor allem die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben positiv beeinflusst. Derart digitale Anwendungen im Bereich der Prävention und Gesundheitsförderung bieten eine große Vielfalt, welche die jeweiligen Bedürfnisse und Bedarfe der Teilnehmenden berücksichtigen.
Das Projekt umfasst zwei Themenbereiche. Ein Themenbereich beinhaltet die Medienkompetenzschulung für die Teilnehmenden. Hierfür werden mittels des Peer-Gedankens, ältere Menschen dazu befähigt, andere ältere Menschen im Umgang neuer Medien zu schulen.

Diese Medienkompetenzschulung ist die Grundlage für den zweiten inhaltlichen Schwerpunkt: die Nutzung einer interaktiven digitalen Plattform, mit diversen Informations- und Kommunikationstools.

Bisher wurden u.a. erste Kooperationsverträge geschlossen. Die Peersausbildung begann Anfang 2021, sodass die ersten Medienkompetenzschulungen für die der SeniorInnen in ausgewählten Standorten ab dem dritten Quartal 2021 stattfanden.

Der Diskussionsbeitrag kann offen gestaltet werden.

„So einfach wie möglich muss es sein!“ – eHealth Angebote für ältere Erwachsene mit geringer Gesundheitskompetenz

Die rasante Digitalisierung der Gesundheitsversorgung birgt ein Risiko für gesundheitliche Ungleichheiten. Besonders ältere Personen (55+) haben tendenziell eine limitierte Gesundheitskompetenz, was zu negativen gesundheitlichen Folgen führen kann. Das vom AAL Programme (EU) geförderte internationale Projekt „Got-IT“ (A toolkit for inclusive and understandable lifestyle data visualizations in eHealth solutions) setzt sich zum Ziel, auf den Bedarf an inklusiven und verständlichen eHealth-Angeboten zu reagieren, indem ein Toolkit entwickelt wird, welches die Gestaltung von eHealth-Lösungen für ältere Erwachsene mit geringer Gesundheitskompetenz unterstützt.

In einem ersten Erhebungsschritt wurden drei Fokusgruppendiskussion durchgeführt. An den Gruppendiskussionen waren Personen aus der Pflege, Sozialarbeit, Physiotherapie, Ergotherapie, Neurologie, Psychologie, sowie ein Entwickler beteiligt.

Ergebnisse der Analyse zeigen, dass eHealth-Angebote für Personen mit einer geringen Gesundheitskompetenz einen Anreiz bieten müssen, damit die erste Hürde - Nutzung der eHealth Angebote - überwunden werden kann. Dieser Anreiz sollte vor allem auf das niedrigschwellige Design des jeweiligen Tools abzielen, wobei auch der Spaß der Nutzung für die User:innen eine tragende Rolle spielt.

Die Studie liefert erste Hinweise worauf Entwickler:innen von eHealth-Angeboten achten müssen, um die vulnerable Zielgruppe älterer Personen mit einer geringen Gesundheitskompetenz anzusprechen.

Themenfelder
  • Digitalisierung
Sprecher*innen
Dr. Florian Fischer
Bayerisches Forschungszentrum Pflege Digital
Gesa Müller
Lebenshilfe Hamburg e.V.
Eileen Franz
Programmbüro des GKV-Bündnisses für Gesundheit Sachsen-Anhalt
Anja Girschik
Volkssolidarität Landesverband Sachsen-Anhalt e. V.
Dr.in Yvonne Prinzellner
Johanniter Österreich Ausbildung und Forschung gemeinnützige GmbH
11:00 - 12:30

Lokale Versorgungsstrukturen bedarfsgerechter gestalten

H5 - Gesundheitsdienste I

Welche Gesundheitsleistungen der Bevölkerung einer Kommune oder Region zur Verfügung stehen und wie gut sie in Anspruch genommen werden können, entscheidet sich im Zusammenwirken von Krankenhäusern, der niedergelassenen Ärzteschaft, andere Gesundheitsdienstleistende und des Kommunalen Gesundheitsdiensts. Drei Beiträge in diesem Fachforum sollen unterschiedliche Wege zur wohnortnahen, bedarfsgerechteren Ausgestaltung dieser lokalen Versorgungsstrukturen aufzeigen. Dabei nehmen die vorgestellten Maßnahmen v. a. vulnerable Gruppen in den Fokus oder gehen, im Rahmen der Maßnahmenplanung, den Weg einer intensiven Akteursbeteiligung. Die erste der vorgestellten Initiativen nimmt die Perspektive von Menschen mit Behinderungen ein und identifiziert Barrieren und Unterstützungsbedarfe, aus denen sich Neue Ansprüche auf kommunale Gestaltung ergeben. Zwei weitere Beiträge zeigen auf, wie Kommunen in der Versorgung eine aktive Rolle spielen können: durch Koordination und Vermittlung zwischen Leistungserbringenden und Nutzenden, und durch eigene Angebote im Rahmen der kassenärztlichen Regelversorgung von Gruppen mit komplexen Bedarfen.
Die drei Ansätze werden in Beiträgen von jeweils 15 Minuten präsentiert. Daran schließt sich eine moderierte Diskussion darüber an, welches Potential sie für eine bessere Vernetzung von Gesundheitsleistungen und für eine aktive und inklusive kommunale Gesundheitspolitik aufzeigen.

Das Projekt Gesundheit 25*: Impulse für eine inklusive Gesundheitsversorgung im Quartier.

Laut Artikel 25 der UN-Behindertenrechtkonvention haben Menschen mit Behinderung das gleiche Recht auf gesundheitliche Versorgung wie alle andern auch. Der Alltag wird diesem Anspruch nicht gerecht. Gesundheit 25* ist ein bundesweit einzigartiges Projekt der Evangelischen Stiftung Alsterdorf in Hamburg. Die wohnortnahe gesundheitliche Versorgung von Menschen mit Behinderungen soll verbessert werden.

In drei Modellquartieren erfordern verschiedene Ausgangslagen unterschiedliche Lösungen. Die Arbeitsweise von Gesundheit 25*: Am Anfang steht eine fundierte Bestandsaufnahme: Was ist vorhanden? Wo liegen Defizite? In Interviews mit Trägern der Eingliederungshilfe, Klient*innen, Hausärzt*innen sowie Fachkräften in den Krankenhäusern und anderen Akteur*innen auf Quartiersebene werden unterschiedliche Perspektiven und Interessen erfasst. Danach entwickelt Gesundheit 25* zusammen mit Fachkräften und Menschen mit Behinderungen Lösungen, die für das Thema Gesundheit sensibilisieren, das Verständnis füreinander stärken und die Zusammenarbeit ausbauen.

Aus dem Projekt hervorgegangen sind beispielsweise ein verbessertes Überleitungsmanagement der Krankenhäuser , ein Präventionsprogramm für Menschen mit komplexen Behinderungen oder einzelne Workshops, die Menschen mit Unterstützungsbedarf auf den Besuch beim Arzt vorbereiten.

Auch über 10 Jahre nach Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention werden Menschen mit Behinderungen in gesundheitsbezogenen Programmen und Strukturen nicht mitgedacht. Neben der Sensibilisierung und das Weitergeben bzw. Aufbereiten von Informationen muss es immer auch um den Einfluss auf politische Entscheidungen gehen.

Partizipative Planung der Hebammenzentrale ERH & ER

Wie auch in anderen Regionen entstand in der Stadt Erlangen und dem LKR Erlangen - Höchstadt eine zunehmend angespannte Versorgungssituation bei Hebammenleistungen: Die Geburtenzahlen steigen bei stagnierenden Fachkräftestunden. Gleichzeitig ziehen sich Hebammen aus der Geburtshilfe und Wochenbettbetreuung zurück, bzw. reduzieren Arbeitsstunden. Aus diesem Grund telefonieren Frauen und Mitarbeiter:innen von Arztpraxen, der Klinik und den Koordinierenden Kinderschutzstellen oft lange vergeblich und finden keine Hebamme. V. a. betroffen sind Frauen in schwierigen Lebenslagen.

Interdisziplinär, ressortübergreifend und partizipativ wurde unter dem Dach der Gesundheitsregionplus ERH&ER ein Konzept für eine Hebammenzentrale entwickelt. Ziel der Zentrale ist die Schaffung einer Organisations- und Vermittlungsstruktur, anhand derer die bestehenden Hebammenressourcen effizienter eingesetzt werden können. Die zwei Koordinatorinnen der Zentrale sind persönliche Ansprechpartnerinnen für schwangere Frauen und Hebammen, koordinieren die Terminvereinbarungen, planen Bereitschaftsdienste und betreiben Netzwerk- und berufspolitische Arbeit. Verortet ist die Zentrale beim Kinderschutzbund Erlangen.

Das Projekt wird von der Uni Tübingen wissenschaftlich begleitet. Die Zwischenevaluation zeigte, dass die Projektziele erreicht werden konnten. Die Zentrale hat sich in der Region zu einer etablierten Versorgungs- und Unterstützungsstruktur v. a. für Frauen in schwierigen Lebenslagen entwickelt.

Die Zentrale wurde als partizipativen Projekt „bottom-up“ geplant/umgesetzt. Dadurch konnte die Erreichung der Zielgruppe sehr gut realisiert werden.

Kommunale MVZ als Träger von Substitution – Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie

Kommt es bei der Substitution Opioidabhängiger zu Versorgungslücken, ist der öffentliche Gesundheitsdienst gefordert. Medizinische Versorgungszentren (MVZ) bieten Kommunen neue Möglichkeiten der Versorgung. Kommunale MVZ schließen bisher vor allem Lücken der hausärztlichen Versorgung, eignen sich aber auch zur Versorgung besonders benachteiligter Gruppen.

Die Stadt Dortmund prüfte, die diamorphingestützte Substitutionsbehandlung über ein kommunales MVZ anzubieten, da Substitutionsärzte und Einrichtungen der Drogenhilfe diese Leistung nicht selbst anbieten wollten. Eine Machbarkeitsstudie der GISS erhob bundesweite Erfahrungen mit dieser Behandlungsform, klärte die Bedingungen für die Zulassung zur kassenärztlichen Versorgung und für die Genehmigung zur Diamorphinvergabe, modellierte räumliche und personelle Anforderungen und prognostizierte für verschiedene Bedarfsannahmen Kostendeckung bzw. Zuschussbedarf.

Mit kommunalen MVZ, die niedergelassenen Ärzt*innen zulassungsrechtlich gleichgestellt sind, können Kommunen rechtssicherer als durch persönliche bzw. institutionelle Ermächtigung Lücken im substitutionsmedizinischen Angebot schließen.

Kommunen können mit der Gründung von MVZ Angebotsstrukturen beeinflussen und medizinische Regelleistungen für besonders benachteiligte Gruppen mit erschwertem Zugang zu haus- und fach-ärztlicher Versorgung selbst erbringen. Der Beitrag plädiert dafür, dieses Instrument stärker zu nutzen.

 

In dieser Veranstaltung wird das Tool Mentimeter der schwedischen Firma Mentimeter AB, Tulegatan 11, SE-113 86 Stockholm, Schweden genutzt. Wenn Sie das Tool nutzten, werden Sie zu einem externen Server weitergeleitet. Es gelten die Datenschutzhinweise von https://www.mentimeter.com/privacy. Die Teilnahme ist freiwillig.

Themenfelder
  • Themenfeldübergreifende Veranstaltung
Sprecher*innen
Joana Roos-Bugiel
Evangelische Stiftung Alsterdorf/ Gesundheit 25*
Sebastian Gmehling
Gesundheitsregion plus ERH & ER
Deborah Pfeiffer
Gesundheitsregion plus ERH & ER
Jutta Henke
GISS e.V. Bremen
Dr. Peter Bartelheimer
GISS e.V. Bremen
Sandra Schöpke
GISS e.V. Bremen
Birgit Pohler
Evangelische Stiftung Alsterdorf/ Gesundheit 25*
12:30 - 13:15

(Bewegte-) Mittagspause

Zentrale Veranstaltung
13:15 - 14:45

Generationengerechtigkeit und Gesundheit: Individuelle und gesellschaftliche Verantwortung von und für Jung und Alt – vor, während und nach Corona

H1 - Gesundheitsfördernde Gesamtpolitik I

Der Begriff der „Generation“ umfasst nicht nur die „Gene“, die in der Biologie hinsichtlich der Vererbung von Bedeutung sind, sondern wird vielmehr auch in der Soziologie verwendet, um gesellschaftliche Prägung unterschiedlicher Alterskohorten herauszuarbeiten. Sozialisationstheorien heben die Wechselbeziehung zwischen sozialen, ökonomischen und ökologischen Lebensbedingungen eines Individuums und seiner/ihrer (Persönlichkeits-) Entwicklung hervor. Dies wiederum steht in Zusammenhang mit dem Gesundheitsverhalten bzw. mit gesundheitlicher Chancengleichheit, die es gemäß dem Konzept der Salutogenese ermöglicht, physische und psychische Gesundheit zu erreichen.
Die in der öffentlichen Diskussion verwendeten Zuschreibungen an Generationen sind teilweise unscharf oder sogar widersprüchlich. Dadurch werden Alterskohorten übergreifende Merkmale zugeordnet, die richtigerweise Transformationsprozesse aufgreifen, welche das Leben der Mitglieder dieser Altersgruppe beeinflussen, zugleich aber auch vereinfacht sind, da die besonderen Lebensbedingungen eines jeden Einzelnen innerhalb von Milieus oder anderen (sozialen) Kontexten nicht berücksichtigt werden. Dennoch ist diese Kategorisierung im Kontext der Gesundheit(sforschung) von Bedeutung. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels, Veränderungen von Normen und Werten (z.B. hinsichtlich zunehmender Flexibilisierung, Individualisierung und gesellschaftlicher Fragmentierung) sowie den Erfahrungen aus der Corona-Pandemie, werden in diesem Fachforum verschiedene (potentielle) Spannungsfelder zwischen Generationen in Bezug auf individuelle und gesellschaftliche Verantwortung sowie deren Auswirkungen auf Gesundheit betrachtet.

Generationengerechtigkeit angesichts existenzieller Risiken

Pflichten gegenüber anderen Generationen sind eines der kraftvollsten, emotionalsten und effektivsten Argumente, das Politiker*innen und Bürger*innen zur Verfügung steht. Dies wird in Zeiten von Klimawandel und COVID-19 auch im Kontext gesundheitsbezogener Fragen besonders deutlich. Art und Umfang der Pflichten sind jedoch unklar. Die Beschreibung einer Theorie der Generationengerechtigkeit eröffnet nicht nur für die philosophische, sondern auch für die die politische Debatte neue Impulse.

 

Homeschooling und Bildungsverantwortung: Anforderungen an zukunftsfähige und gesundheitsfördernde Bildungsstrukturen und -prozesse
 
Der Wunsch nach einem hohen Bildungsabschluss ist weit verbreitet; gleichzeitig steigt der Druck, die schulischen Leistungen auch zu erbringen. Auf Basis einer repräsentativen österreichischen Jugendstudie (n=14.432) wird dargestellt, wie stark geringe Schulleistungen und die Unsicherheit, ob der Abschluss erreicht werden kann, mit dem Auftreten von psycho-somatischen Beschwerden zusammenhängen. Daraus werden Anforderungen an eine zukunftsfähige und gesundheitsfördernde Schule abgeleitet.
 
Das solidarische Prinzip des Generationenvertrags: Implikationen und Spannungsfelder für die informelle Pflege
 
Der (fiktive) Generationenvertrag stellt die theoretisch-institutionelle Grundlage einer im Umlageverfahren finanzierten Sozialversicherung dar – in diesem Fall also eine Verantwortung der jungen (erwerbstätigen) Menschen für ältere (unterstützungsbedürftige) Personen. Mit dem Ausscheiden der Baby-Boomer-Generation aus dem Erwerbsleben und dem (potenziellen) Unterstützungsbedarf in den kommenden Jahren werden Spannungsfelder in Bezug auf die Generationengerechtigkeit aufgezeigt.
 
Themenfelder
  • Digitalisierung
Sprecher*innen
Dr. Florian Fischer
Bayerisches Forschungszentrum Pflege Digital
Prof. Dr. Dr. Jörg Tremmel
Eberhard Karls Universität Tübingen
Prof.in Dr.in Gudrun Quenzel
Pädagogische Hochschule Vorarlberg
Claudia Boscher
Hochschule Ravensburg-Weingarten
Dr. Jan Helling
Stiftung für die Rechte zukünftiger Generationen
13:15 - 14:45

Lebensrealitäten und Unterstützungsbedarfe von Familien

H1 - Gesundheitsfördernde Gesamtpolitik II

Diese Session betrachtet die Lebenssituationen und Unterstützungsbedarfe von Familien. Dabei wird sowohl auf benachteiligte Bevölkerungsgruppen als auch auf die spezielle Zeit der Pandemie eingegangen.

Der erste Beitrag betrachtet den Zusammenhang von Armut und Gesundheit von Frauen und Männern mit und ohne Kindern in Deutschland. Elternschaft kann eine wichtige soziale Ressource für die Gesundheit sein. Mütter in Armut profitieren jedoch mit Blick auf einige verhaltensassoziierte Outcomes nicht im selben Maße vom Zusammenleben mit Kindern wie Mütter mit höheren Haushaltseinkommen. Neben Strategien zur Armutsbekämpfung erscheinen spezifische Maßnahmen der Gesundheitsförderung für armutsbetroffene Frauen und Männer mit Kindern zielführend.

Der zweite Beitrag bezieht sich auf Roma-Familien in Österreich. Der Gesundheitszustand von Kindern aus Roma-Familien ist in vielen Ländern deutlich schlechter als in der Gesamtbevölkerung. Befragte Fachpersonen vermuten auch in Österreich eine gesundheitliche Benachteiligung. Das österreichische Konzept der Frühen Hilfen erweist sich als geeignet, um auch Roma-Familien gut unterstützen zu können. Eine Sensibilisierung von Roma-Familien sowie Fachleuten aus dem Gesundheits- und Sozialbereich für den Nutzen einer Unterstützung durch die Frühen Hilfen auch für diese Familien erscheint notwendig.

Der dritte Beitrag betrachtet die Situation von Familien in Zeiten der aktuellen Corona-Pandemie in Österreich. Belastende Lebenssituationen von Familien können sich in den ersten Lebensjahren eines Kindes negativ auf ihre Entwicklung auswirken. Familien waren durch die Pandemie besonderen Belastungen ausgesetzt, gleichzeitig war es aufgrund der Maßnahmen zur Pandemieeindämmung oft schwer, Unterstützung zu erhalten. Eine fortlaufende Unterstützung belasteter Familien ist jedoch gerade in Zeiten wie diesen unbedingt erforderlich.

Armut und Gesundheit von Eltern

Während Zusammenhänge zwischen Armut und Gesundheit hinlänglich bekannt sind, wurde die Gesundheit von Eltern in Armut bislang kaum gesondert betrachtet. Der Beitrag analysiert, ob der Zusammenhang von Einkommen und Gesundheit zwischen Frauen und Männern mit und ohne Kinder variiert.

Die Analyse basiert auf Daten der Studie GEDA 2019/2020-EHIS (6.462 Frauen, 6.172 Männer). Für die selbst eingeschätzte Gesundheit, eine depressive Symptomatik, Adipositas, Rückenschmerzen, Rauchen, Alkoholkonsum, Obst- und Gemüseverzehr sowie sportliche Aktivität wurden adjustierte Prävalenzen stratifiziert nach Elternstatus und Einkommen berechnet.

Frauen und Männer, die mit Kindern zusammenleben, sind und verhalten sich gesünder als Frauen und Männer ohne Kinder. Bei Frauen und Männern in Armut mit und ohne Kinder zeigen sich ungünstigere Outcomes, mit Ausnahme des Alkoholkonsums: Arme Frauen mit und ohne Kinder trinken seltener in riskantem Maße Alkohol als Frauen mit höherem Einkommen. Bei Männern zeigen sich beim Alkoholkonsum sowie beim Obst- und Gemüseverzehr keine Unterschiede nach Einkommen. Bei Adipositas, sportlicher Inaktivität und Rauchen fallen die Unterschiede zwischen den Einkommensgruppen bei Frauen mit Kindern größer aus als bei Frauen ohne Kinder.

Elternschaft kann als wichtige soziale Ressource für Gesundheit angesehen werden. Mütter in Armut profitieren jedoch mit Blick auf einige verhaltensassoziierte Outcomes nicht im selben Maße vom Zusammenleben mit Kindern wie Mütter mit höheren Haushaltseinkommen. Neben Strategien zur Armutsbekämpfung erscheinen spezifische Maßnahmen der Gesundheitsförderung für armutsbetroffene Frauen und Männer mit Kindern zielführend.

Roma-Familien als Zielgruppe der Frühen Hilfen – Ergebnisse eines partizipativen Begleitforschungsprojektes

Bisher werden von den regionalen Frühe-Hilfen-Netzwerken in Österreich kaum Roma-Familien begleitet. Das Projekt hat mögliche Ursachen untersucht und Empfehlungen abgeleitet.

Es wurden eine systematische Literaturanalyse und - unter Einbindung von Ko-Forscherinnen aus verschiedenen Roma-Communities - Interviews und Fokusgruppen mit Roma-Familien aber auch mit Fachleuten aus den regionalen Frühe-Hilfen-Netzwerken durchgeführt.

Der Gesundheitszustand von Kindern aus Roma-Familien ist in vielen Ländern deutlich schlechter als in der Gesamtbevölkerung. Für Österreich fehlen solche Daten, befragte Fachpersonen vermuten aber auch in Österreich eine gesundheitliche Benachteiligung. Trotz der großen und selbstverständlichen Unterstützung durch die Großfamilie befinden sich auch junge Roma-Familien oft in belastenden Lebenssituationen. Neben den bereits bekannten Hürden, die die Inanspruchnahme von externer Unterstützung (wie z.B. Frühe Hilfen) erschweren können, liegen auch spezifische Aspekte vor (z.B. der große Einfluss der Großmütter). Diese sollten berücksichtigt und dem Vertrauensaufbau ausreichend Zeit gewidmet werden. Eine Sensibilisierung von Roma-Familien sowie Fachleuten aus dem Gesundheits- und Sozialbereich für den Nutzen einer Unterstützung durch die Frühen Hilfen auch für diese Familien erscheint notwendig. Eine Fortbildung für Familienbegleiter/innen unterstützt diese in der Arbeit mit Roma-Familien.

Die Begleitung von Roma-Familien durch die Frühen Hilfen erscheint sinnvoll, wenn auch nicht für alle. Entsprechende Hürden sollten daher reduziert werden.

Was brauchen Familien in Zeiten der Pandemie?

Die ersten Lebensjahre sind besonders bedeutend für die gesundheitliche Entwicklung von Kindern. Belastende Lebenssituationen von Familien können sich in dieser Zeit daher negativ auf ihre Entwicklung auswirken. Im Zuge der aktuellen Corona-Pandemie hat sich gezeigt, dass sich die Situation von Familien häufig verschlechtert hat. Eine Befragung sollte dies genauer betrachten, um Empfehlungen für zukünftige Maßnahmen ableiten zu können.

Es wurden 111 in Österreich lebende Familien mit Kindern unter 3 Jahren mittels Online-Fragebogen befragt und 7 Interviews durchgeführt. Die Zielgruppe wurde über die regionalen Frühe-Hilfen-Netzwerke erreicht. Eine Analyse der Dokumentation von 1.056 im Jahr 2020 durch die Frühen Hilfen unterstützten Familien ergänzt die Ergebnisse.

Zu den größten Herausforderungen der Familien während der Lockdowns gehörten die fehlenden sozialen Kontakte, die Überforderung mit der Situation sowie die verstärkte psychische Belastung. Auch die Familiensituation war häufiger angespannt. Unterstützungsbedarf bestand vor allem in den Bereichen psychische Gesundheit, finanzielle Angelegenheiten, Kinderbetreuung und Spielgruppen, doch vielfach standen die benötigten Angebote nicht (ausreichend) zur Verfügung. Die Familienbegleitung der Frühen Hilfen war oft eine von wenigen verfügbaren Anlaufstellen.

In Krisenzeiten wie einer Pandemie muss auf eine fortlaufende Unterstützung belasteter Familien geachtet werden, um einer negativen gesundheitlichen Entwicklung der Kinder entgegenzuwirken.

 

Themenfelder
  • Themenfeldübergreifende Veranstaltung
Sprecher*innen
Marion Weigl
Gesundheit Österreich GmbH (Austrian National Public Health Institute)
Dr.in Julia Waldhauer
Robert Koch-Institut
Fiona Witt-Dörring
Gesundheit Österreich GmbH (Austrian National Public Health Institute)
Melinda Tamas
Melinda Tamas
13:15 - 14:45

Trans*- und nicht-binäre Gesundheitsversorgung: Problemlagen und Lösungsansätze

H2 - Lebenswelten I

Mit Inkrafttreten des ICD-11 gerät die gesundheitliche Versorgung von trans* und nicht-binären Menschen stärker in den Fokus: Wie jahrelang von Menschenrechts-/Trans*-Expert_innen gefordert, wird nicht mehr eine „psychische Erkrankung“ in Form einer „Geschlechtsidentitätsstörung“ diagnostiziert werden, sondern eine „Geschlechtsdysphorie“ als krankheitswertiges Leiden an einer Geschlechtsinkongruenz. Gleichzeitig belegen Studien Lücken in der gesundheitlichen Versorgung von trans* Menschen, wie z. B. medizinische Nicht-Behandlung. Diskriminierung erfolgt aber auch in Form fehlender Adressierung, falscher Anrede, Zwangsouting, Exotisierung u. a. - mehr als 37% geben an, sich nicht kompetent medizinisch versorgt zu sehen.
Andererseits zeichnen sich erste Verbesserungen in der gesundheitlichen Versorgung von trans* und nicht-binären Menschen ab, einzelne Institutionen, z. B. DAH, RKI und Charité leisten Beiträge zur Veränderung der Versorgungslage.
Im Fachforum stellen Expert_innen im Feld der Trans*-Gesundheit Formen der Beratung und Versorgung vor: ausgehend von Fällen aus der Beratung über ein Projekt des RKI und Deutscher Aids-Hilfe zu sexueller Gesundheit und HIV/STIs bei trans* und nicht-binären Menschen bis zu Beispielen guter Praxis aus einer spezialisierten Sprechstunde an der Charité – alle mit dem Ziel, für das Gesundheitsverhalten z. Zt. noch nachteilige Strukturen zu verbessern. Mittels partizipativer Methoden und Vorträgen aus fachlicher wie lebensweltlicher Erfahrung (betreffend Lebenswelten trans* und nicht-binärer Menschen).
Gemeinsam mit dem Publikum sollen Erfahrungen aus diesen Projekten diskutiert und weitere Handlungsoptionen und Bündnismöglichkeiten erörtert werden.

Grußwort von Tessa Ganserer, MdB

Sexuelle Gesundheit & HIV/STI in trans* und abinären Communitys

Seit Oktober 2020 führen DAH und RKI das Forschungsprojekt „Sexuelle Gesundheit & HIV/STI in trans und abinären Communitys“ zu Bedarfen und Bedürfnissen bzgl. sexueller Gesundheit von trans* und abinären Menschen durch. Mit über 70 Teilnehmenden werden das Sprechen über Sexualität und Körper, Einflussfaktoren auf die sexuelle Gesundheit, unterstützende Aspekte für ein positives Selbstbild und Hindernisse in der Inanspruchnahme von Testangeboten thematisiert. Vorstellung erster Ergebnisse.

Forderungen an eine TIN-inklusive gesundheitliche Versorgung anhand von Fallbeispielen aus der Antidiskriminierungs- bzw. Trans*-Beratung

Für viele trans*, inter* und nicht-binäre Menschen (tin*) sind die Hürden für eine gute und diskriminierungsarme Gesundheitsversorgung hoch. Kostenübernahme von Leistungen durch Krankenkassen, fehlendes Wissen bei Behandler*innen und wenige verfügbare, tin*-freundliche Versorger*innen sind nur einige Probleme. Anhand von Beispielen von Diskriminierung (aus der Beratungspraxis) möchten wir Bedarfe für eine tin*-inklusive Gesundheitsversorgung aufzeigen.

Beispiele guter Praxis aus der Interdisziplinären Spezialsprechstunde für Fragen der Geschlechtsidentität im Kindes- und Jugendalter an der Charité

Durch die Verortung im ICD-11 (ab 2022) unter „Conditions related to sexual health“ wird „Gender Incongruence“ ab der Pubertät als Selbstauskunft und nicht mehr als psychiatrische Diagnose bezeichnet. Dieser Paradigmenwechsel stärkt die Selbstbestimmung der Patient_innen, es findet eine Verschiebung auf dem Kontinuum "gesund vs. krank" statt. Präsentation und Diskussion von Beispielen guter Praxis aus der Spezialsprechstunde für trans* Kinder und Jugendliche an der Charité.

Themenfelder
  • Genderaspekte in Public Health
Sprecher*innen
Tessa Ganserer, MdB
Deutscher Bundestag
Tilly Tracy Reinhardt
Schwulenberatung Berlin
Dipl. Kunsttherapeut Sascha Bos
Charité - Universitätsmedizin Berlin
Laurette Rasch
Alice-Salomon-Hochschule Berlin / Berlin School of Public Health
Prof. Dr. Tamás Jules Fütty
Europa-Universität Flensburg
Leo Yannick Wild
Schwulenberatung Berlin
Uwe Koppe
Robert Koch-Institut
Jonas Hamm
Deutsche Aids-Hilfe
13:15 - 14:45

Gesunde Lebenswelten gestalten – Seelische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen als neues Handlungsfeld in der kommunalen Gesundheitsförderung?!

H2 - Lebenswelten II
 

In NRW gewinnt – verstärkt durch die Corona-Pandemie – die Förderung der seelischen Gesundheit zunehmend an Bedeutung. Im Rahmen der Landesinitiative Gesundheitsförderung und Prävention führte das Landeszentrum Gesundheit NRW 2020/2021 eine Bestands- und Bedarfserhebung zur Darstellung der aktuellen Situation zur seelischen Gesundheit in Nordrhein-Westfalen u.a. für das Thema „Gesunde Mediennutzung“ bei Kindern und Jugendlichen.

In drei Beiträgen wird die aktuelle Debatte um Entwicklungsbedarfe zur Förderung der seelischen Gesundheit im Land NRW vorgestellt. Zunächst werden Ergebnisse der landesweiten Erhebung mit Blick auf das Thema „Gesunde Mediennutzung“ präsentiert. Im Anschluss werden zentrale Aspekte aus der landesweiten Bedarfsanalyse anhand von zwei kommunalen Praxisbeispielen operationalisiert und vertieft. Wesentliche Fragestellung ist: Wie können ressortübergreifende Zusammenarbeit sowie partizipative Arbeitsweisen den kommunalen Entwicklungsprozess zur Förderungen der (seelischen) Gesundheit von Kindern und Jugendlichen unterstützen?

Die Angebote zur Förderung einer gesunden Mediennutzung sind ebenso wie die Akteur:innen im Feld vielfältig. Ein Großteil der Maßnahmen ist projektförmig organisiert; bis jetzt sind diese Maßnahmen selten im Setting Quartier verortet bzw. sozialräumlich gestaltet. Gleichwohl wird in dem settingorientierten Vorgehen ein notwendiger Weiterentwicklungsbedarf gesehen, um ein gesundes Aufwachsen für Kinder und Jugendliche zu ermöglichen.

Handlungsmöglichkeiten zur Förderung der seelischen Gesundheit im kommunalen Setting werden aufgezeigt und zur Diskussion gestellt.

Gesunde Mediennutzung: Ergebnisse aus der Bestands- und Bedarfsanalyse im Rahmen der Landesinitiative Gesundheitsförderung und Prävention NRW zum Schwerpunkt Seelische Gesundheit

In 2020 initiiert, arbeitet die Landesinitiative Gesundheitsförderung und Prävention (LGP) NRW derzeit zum Schwerpunktthema „Seelische Gesundheit“. Der Beitrag skizziert die Struktur und Arbeitsweise der LGP. Ergebnisse der Bestands- und Bedarfserhebung zur seelischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen werden mit dem thematischen Fokus „Gesunde Mediennutzung“ präsentiert und Weiterentwicklungsbedarfe und Handlungsmöglichkeiten zur Diskussion gestellt.

Dortmunder Netzwerk Medienkompetenz

In der Stadt Dortmund werden verschiedene Strategien für ein gesundes Aufwachsen umgesetzt. Die kommunale Vernetzung und ressortübergreifende Zusammenarbeit stellt in diesem Zusammenhang einen wichtigen Aspekt dar. In dem Beitrag wird das Dortmunder Netzwerk Medienkompetenz (DoNeM) mit seinem Ansatz und Vorgehen exemplarisch vorgestellt. Zudem wird Einblick in weitere kommunale Strategien zur Förderung der seelischen Gesundheit bei Kindern und Jugendlichen gegeben.

Praxisprojekt „Fit in Grünau“

Am Projekt „Fit in Grünau“ in Düsseldorf wird deutlich, dass ressortübergreifende Zusammenarbeit auf kommunaler Ebene und vor Ort Hand in Hand gehen und die strukturelle Verankerung von Gesundheitsförderung durch die Einbettung in kommunale Präventionsketten gestärkt werden können. Das Projekt ist auch ein Beispiel dafür, wie Partizipation mit Kindern im Alter von 0 bis 10 Jahren sowie deren Eltern und pädagogischen Fachkräften auch unter Coronabedingungen erfolgreich umgesetzt werden kann.

 

In dieser Veranstaltung wird das Tool Mentimeter der schwedischen Firma Mentimeter AB, Tulegatan 11, SE-113 86 Stockholm, Schweden genutzt. Wenn Sie das Tool nutzten, werden Sie zu einem externen Server weitergeleitet. Es gelten die Datenschutzhinweise von https://www.mentimeter.com/privacy. Die Teilnahme ist freiwillig.

Sprecher*innen
Dr.in Anna Reeske-Behrens
Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen
Stephanie Funk
Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen
Jennifer Beck
Gesundheitsamt Dortmund
Katharina Lis
Deutsches Diabetes-Zentrum (DDZ)
Lukas Schmidt
Deutsches Diabetes-Zentrum (DDZ)
13:15 - 14:45

Vulnerabilität, Gesundheit und Empowerment: Partizipative Forschung mit Geflüchteten

H2 - Lebenswelten III

Das Seminar wird in Kleingruppen arbeiten und in deutscher (Beitrag 1 und 2) und englischer Sprache (Beitrag 3) stattfinden.

Partizipative Forschung bezieht Geflüchtete als Partner:innen ein. Damit wird die epistemische Macht, Realität zu definieren und Lösungen zu entwickeln, geteilt. Das Seminar bringt Geflüchtete, Aktivist:innen, Praktiker:innen und akademische Forscher:innen zusammen, um die Vorteile und Herausforderungen partizipativer Forschung zu diskutieren (in dt. u. engl. Sprache).
Ziele: Was lernen wir über Gesundheit, Vulnerabilität und Empowerment von Geflüchteten, wenn wir partizipativ forschen?

Das Projekt "Vulnerabilität und Empowerment: Partizipative Ansätze zur Gesundheitsförderung mit Geflüchteten" (EMPOW) wird von der DFG gefördert (2019-2022). Community-Partner:innen und wissenschaftlichen Partner:innen in Berlin, Hannover und München haben Gruppendiskussionen, peerbasierte Gesundheitsförderung über soziale Medien, ein Photovoice-Projekt und weitere Aktivitäten durchgeführt.

Vulnerabilität und Empowerment sind für Menschen nach der Flucht miteinander verwoben. Rechtliche Einschränkungen, Sprachbarrieren und bürokratische Hürden begrenzen den Zugang zu Gesundheitsversorgung, Bildung und Arbeitsmarkt. Alltägliche Erfahrungen von Unsicherheit, Rassismus und Ausgrenzung (z.B. in segregierten Unterkünften) stellen weitere Gesundheitsrisiken dar. Trotz dieser widrigen Umstände bestehen Potentiale für individuelle und kollektive Handlungsfähigkeit.

Geflüchtete sind wichtige Partner:innen in Forschung und Gesundheitsförderung. Mit partizipativen Methoden kann Wissen geschaffen werden, um sozialen Wandel und Gesundheit zu fördern.

"Das Leben in den Lagern macht dich krank." Ergebnisse eines Photovoice-Projekts und einer Peer-Befragung

In Bayern werden neu ankommende Geflüchtete in großen Lagern untergebracht. Die dort herrschende räumliche Enge, der eingeschränkter Zugang zur gesundheitlichen Versorgung und die fehlende Privatsphäre sind krankmachende Lebensbedingungen. Die COVID-19-Pandemie verschärft diese Probleme noch und bringt weitere hervor. EMPOW München nutzt Photovoice und eine peerbasierte Online-Umfrage, um die gesundheitlichen Herausforderungen aus der Perspektive von geflüchteten Menschen zu ermitteln.

Peer-basierte Gesundheitsförderung mit geflüchteten Frauen über soziale Medien

Das Leben nach der Flucht im deutschen Asylsystem ist für Frauen besonders hart. EMPOW Hannover setzt sich für die Gesundheit von geflüchteten Frauen und ihren Familien ein. Ein peerbasiertes Netzwerk wurde mithilfe sozialer Medien aufgebaut. Kurze Videos in Farsi und Arabisch informieren über Hygiene, Schutzmaßnahmen und Corona, Spiele mit Kindern, Gymnastik und Sport in Lockdown-Phasen, sowie allgemeinere Fragen und Antworten zu Gesundheit und Gesundheitsversorgung.

African Voices on Health, vulnerability and empowerment based on lived experience

Bringing together refugees, activists, and community organizers, EMPOW Berlin conducted group discussions to explore and analyse issues of health, vulnerability and empowerment based on the lived experience of refugees and other migrants from African countries. Vulnerability is experienced from the moment of departure and exacerbated in the German asylum system. Yet empowerment can be achieved through community building, mobilizing resources, collective action as well as reflection

Themenfelder
  • Partizipation
Sprecher*innen
Prof.in Dr.in Hella von Unger
Ludwig-Maximilians-Universität München
Anna Huber
Ludwig-Maximilians-Universität München
Dr. Dennis Odukoya
Ludwig-Maximilians-Universität München
Fanta Sylla
EMPOW München/Forschungsprojekt LMU
Shqipe Kransniqi
REFUGIO München
Maryam Mohammadi
Unterstützerkreis Flüchtlingsunterkünfte Hannover e.V.
Marcus Wächter-Raquet
Landesvereinigung für Gesundheit & Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen e.V.
Frau Rosaline M’Bayo
GEDA e.V.
Abdel Kader Barounga
EMPOW Berlin/Forschungsprojekt LMU
13:15 - 14:45

Berlin als Mitglied im Gesunde-Städte-Netzwerk - gemeinsam mehr bewegen

H2 - Lebenswelten IV
Nach einer Vorstellung des GSN-Regioverbundes Berlin folgen gute Beispiele und die Diskussion von Thesen. Es werden inhaltliche Schnittstellen zwischen den Teilnehmenden erarbeitet und abschließend konkrete Vereinbarungen getroffen.


Das Land Berlin und 10 Berliner Bezirke sind Mitglied im deutschen Gesunde-Städte-Netzwerk (GSN). Jedes Mitglied setzt sich aus einem „Tandem“ aus kommunaler und Initiativenvertretung zusammen. In Berlin sind das also 22 Vertreter:innen. Die Mitgliedsstädte und -kommunen des GSN bekennen sich zum 9-Punkte-Programm, dessen wesentlicher Bestandteil das Bekenntnis zur Ottawa Charta zur Gesundheitsförderung und damit auch zu einem Health-in-all-Policies-Ansatz ist.
Mit der Session wollen wir die Frage bearbeiten, wie - mit dem Ziel einer bewegungsfreundlichen Stadt - ressortübergreifende gesundheitsfördernde Politik und Verwaltungshandeln entwickelt und gestärkt werden können.

Die Berliner GSN-Mitglieder arbeiten mit daran, Berlin gesünder zu machen und beraten regelmäßig über gesundheitsfördernde Rahmenbedingungen, aktuell am Beispiel bewegungsförderliche Stadt in Bezug auf den öffentlichen Raum. Mit der Session sollen diesbezüglich ressortübergreifende Kooperationen innerhalb des Landes Berlin angeregt werden.

Die Ergebnisse der Session werden schriftlich festgehalten. Weitere Gespräche und Termine zwischen den Teilnehmenden werden vorbereitet. Schnittstellen werden ausgelotet Handlungsansätze erarbeitet. Mit den Diskussionsergebnissen wird auch nach dem Kongress weitergearbeitet.

Ziel ist ein gemeinsames Arbeiten für eine bewegungsförderliche und teilhabeorientierte Stadt (Schwerpunkt: öffentlicher Raum). Konkrete Kooperationen bzw. ein Austausch zwischen dem GSN Regionalverbund Berlin und den oben genannten Bereichen werden angeregt.

Der Regioverbund Berlin des Gesunde-Städte-Netzwerks stellt sich vor

Woran bemerkt man eine „Gesunde Stadt“? Diese Frage ist eine unter vielen, die sich das Gesunde Städte Netzwerk - Regionalverbund Berlin im Rahmen seiner Neuausrichtung stellt.
Ausgehend von Strategien und Handlungsfeldern der Ottawa Charta wird eine Vorstellung skizziert, wie sich der Regionalverbund Berlin entwickeln könnte, um besser mit daran mitwirken zu können, Berlin gesünder zu machen. Die Teilnehmer:innen sind eingeladen, sich mit einzubringen.

Positionen für eine gesunde, bewegungsförderliche Stadt Berlin

Seit Beginn der Covid19-Pandemie ist der öffentliche Raum als Ressource für Bewegung und Begegnung stark in den Vordergrund gerückt. Anlässlich dieser Tatsache hat der Regionalverbund die bewegungsförderliche Gestaltung der Stadt thematisieret und daraus ein Positionspapier entwickelt, welches vorgestellt wird. Die Zusammenarbeit der GSN-Mitglieder fand pandemiebedingt teilweise ebenfalls im öffentlichen Raum statt. Schnittstellen werden an Beispiele wie Kiezblocks und Klimastraßen verdeutlicht.

Gesunde Lebenswelten durch "Health in all Policies" schaffen

An den erarbeiteten Schnittstellen zwischen verschiedenen Ressorts wird im Rahmen einer Diskussion weitergearbeitet. Eine ressortübergreifende Zusammenarbeit innerhalb Berlins wird angeregt. Hiermit ist die Vernetzung der GSN-Mitglieder mit der Landespolitik und -verwaltung in den Bereichen Gesundheit, Umwelt, Verkehr bzw. nachhaltige Alltagsmobilität, Klimaschutz und Sport gemeint. Ein Erfahrungsbericht und -austausch mit anderen deutschen Großstädten im GSN fließt in die Diskussion ein.

 

In dieser Veranstaltung wird das Tool YoPad der deutschen Firma Deutscher Bundesjugendring, Mühlendamm 3, 10178 Berlin, Deutschland genutzt. Wenn Sie das Tool nutzten, werden Sie zu einem externen Server weitergeleitet. Es gelten die Datenschutzhinweise von https://blog.barcamps.eu/datenschutzerklaerung-yourpart-eu/. Die Teilnahme ist freiwillig.

Themenfelder
  • Kommune
Sprecher*innen
Miriam Boger
Bezirksamt Berlin-Lichtenberg
Stephan Schikorra
Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf von Berlin
Jennifer Ebert
Bezirksamt Lichtenberg von Berlin
Yvonne Vedder
Stadtteilzentrum "Mosaik", Psychozsoziales Zentrum gGmbH
Anja Bederke
Bezirksamt Berlin-Pankow
13:15 - 14:45

Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen – digitale Präventionsplanung in Kommunen und Schulen

H2 - Lebenswelten V
 

Studien zeigen, dass Maßnahmen der Übergewichtsprävention selten wissenschaftlich fundiert geplant sind. Das kann sich negativ auf den Interventionserfolg auswirken. Zentrale Frage ist daher, wie die Planungsqualität von Maßnahmen der Übergewichtsprävention verbessert werden kann. Im Rahmen eines durch das Bundesministerium für Gesundheit geförderten Forschungsprojektes wurde die digitale Planungshilfe WEPI entwickelt. Mit WEPI können Präventionsmaßnahmen zur Optimierung gesundheitsförderlicher Lebenswelten und zur Förderung individueller Kompetenzen geplant werden. Ein Netzwerk u. a. bestehend aus Landesvereinigungen für Gesundheitsförderung und dem Kooperationsverbund Gesundheitliche Chancengleichheit hat die Entwicklung und Erprobung unterstützt.

Von Mai bis November 2021 testen Kommunen und Schulen WEPI. Dabei werden sie von der Hochschule Coburg und der Universität Osnabrück begleitet. Die Handhabung und Akzeptanz der Planungshilfe wird mit Fragebögen evaluiert.

Derzeit nehmen deutschlandweit 9 kommunale Einrichtungen (v. a. Gesundheits- und Landratsämter) sowie 6 Grund- und berufsbildende Schulen an der Testphase teil.

WEPI vereinfacht die Entwicklung evidenzbasierter Präventionsmaßnahmen durch eine Schritt-für-Schritt-Anleitung. Das Feedback der Kommunen und Schulen unterstreicht, dass wissenschaftliches Vorgehen in praktische Logik umgesetzt werden muss. Diese Erkenntnisse fließen in die Weiterentwicklung von WEPI ein. In den Einzelbeiträgen werden sowohl (1) die Entwicklung als auch (2) die Funktionen der digitalen Planungshilfe vorgestellt. Des Weiteren (3) berichten Praktiker*innen von ihren Erfahrungen mit WEPI.

Förderung der Planungsqualität von Präventionsmaßnahmen: Digitale Planung mit WEPI

Wie kann evidenzbasierte Planung gelingen? Ein Goldstandard für die Projektplanung ist der Intervention Mapping Ansatz (IMA), der allerdings nicht voraussetzungslos in der Praxis anwendbar ist. Die Entwicklung qualitativ guter Präventionsmaßnahmen nach dem IMA ist komplex und im Berufsalltag schwer umsetzbar. An dieser Herausforderung setzt die digitale Planungshilfe WEPI an. Sie ermöglicht eine wissenschaftlich fundierte Planung, die praxistauglich und nutzerorientiert angeleitet wird.

Die WEPI-Planung: In fünf Schritten zum Projekt

Wie funktioniert die digitale Planungshilfe? WEPI vereinfacht die Entwicklung evidenzbasierter Präventionsmaßnahmen durch eine systematische Anleitung der Planung in fünf Schritten, begleitet durch Infotexte und Beispiele. Dabei bietet WEPI erprobte und evaluierte Methodenbausteine zur Übergewichtsprävention, die mit eigenen Ideen kombiniert werden können. Im Rahmen des Fachforums haben Interessierte die Möglichkeit, WEPI selbst zu teste

Erfahrungen mit WEPI: Kommunen und Schulen berichten

Wie praxistauglich ist WEPI? Bis Ende November 2021 wird die Planungshilfe deutschlandweit von Kommunen und Schulen getestet. Erste Rückmeldungen aus der Praxis liegen bereits vor. Praktiker*innen empfanden den Einsatz von WEPI als Mehrwert und würden die Planungshilfe erneut einsetzen. WEPI hat ihnen dabei geholfen, die Projektplanung strukturiert anzugehen, wobei Aufwand und Nutzen in einem guten Verhältnis standen.

 

In dieser Veranstaltung wird das Tool Mentimeter der schwedischen Firma Mentimeter AB, Tulegatan 11, SE-113 86 Stockholm, Schweden genutzt. Wenn Sie das Tool nutzten, werden Sie zu einem externen Server weitergeleitet. Es gelten die Datenschutzhinweise von https://www.mentimeter.com/privacy. Die Teilnahme ist freiwillig.

Themenfelder
  • Digitalisierung
Sprecher*innen
Maike Schröder
Hochschule für angewandte Wissenschaften Coburg
Romy Berner
Universität Osnabrück
Prof.in Dr.in Birgit Babitsch
Universität Osnabrück
Prof. Dr. Holger Hassel
Hochschule für angewandte Wissenschaften Coburg
Stephanie Janiesch
Gesundheitsamt Bremen
Franziska Solger-Heinz
Wege zur Gesundheit
13:15 - 14:45

Gesundheitskompetenz fördern mit niedrigschwelligen Ansätzen und zielgruppengerechter Ansprache

H4 - Kompetenzen II

Nach aktuellen Studien bereitet es mehr als der Hälfte der Bevölkerung Schwierigkeiten, für sie relevante Gesundheitsinformationen zu verstehen, zu beurteilen und auch anzuwenden. Hinzu kommt ein altbekanntes Dilemma: Viele Menschen, die wir mit unseren Angeboten der Prävention und Gesundheitsförderung erreichen, verfügen bereits über eine hohe Gesundheitskompetenz.

Die drei Programme, die sich in dieser Session vorstellen, erproben gezielt neue niedrigschwellige Ansätze und eine zielgruppengerechte Ansprache, um die Gesundheitskompetenz von Menschen zu stärken: Kinder im Grundschulalter, Kinder und Jugendliche in sozialen Brennpunkten und ihre Familien sowie Menschen mit Behinderungen, wie z.B. kognitive Beeinträchtigungen. Die Programme setzen beispielsweise auf Angebote im jeweiligen Setting, Erklärvideos, bildgestützte Broschüren in verschiedenen Sprachen und Malprotokolle sowie den Einbezug von Peers in Umsetzung und Evaluation.

Mit den vorgestellten Programmen gelingt die Ansprache der Zielgruppen insgesamt gut, wie die bisherigen Erfahrungen und Evaluationsergebnisse zeigen. Häufig bestehen aber auch strukturelle Hürden, die durch die Programme selbst nur wenig beeinflussbar sind.

Im Abschlussteil ist gemeinsam mit allen Teilnehmenden Zeit für eine kritische Reflexion und Diskussion zur Weiterentwicklung und Lösungsansätzen eingeplant.

Ergebnisse des Modellprojektes Gesundheitsfachkräfte an Bremer Grundschulen

Bei dem im Februar 2018 gestarteten Modellprojekt werden Gesundheitsfachkräfte (GefaS) an zwölf Grundschulen im Land Bremen, in Stadtteilen mit besonderen sozialen Herausforderungen, eingesetzt. Die GefaS haben die Aufgabe, Themen wie Ernährung, Bewegung, Hygiene, Medienkonsum sowie psychische Gesundheit bedarfsbezogen in das Setting Schule einzubringen und somit die Gesundheitskompetenz von Schüler*innen, Eltern und Schulpersonal zu stärken. Methodisch werden die Themen u.a. in Form von Unterrichtsgestaltung, Projektarbeit oder individueller Beratung für Schüler*innen, Lehrkräfte oder Eltern umgesetzt. Mit diesem Beitrag sollen die Ergebnisse der externen Evaluation des Projektes präsentiert werden.

Die prozessbegleitende Evaluation des Projektes hat zwei Ziele: Es soll herausgefunden werden, inwiefern das Projekt erfolgreich umgesetzt wird, und das Potential besitzt, verstetigt zu werden. Zudem soll herausgefunden werden, ob es langfristig positive Effekte, wie die Förderung der Gesundheitskompetenz sowohl bei Kindern als auch bei weiteren Dialoggruppen wie Eltern und Schulpersonal, gibt. Zur Evaluation werden im Sinne eines Mixed-Methods-Ansatzes sowohl qualitative als auch quantitative Erhebungsmethoden eingesetzt mit einem Fokus auf der Struktur- und Prozessevaluation.

Die finalen Ergebnisse der Evaluation werden aufdem Kongress vorgestellt.

Bei der Projektvorstellung soll ein Fokus auf die Projektumsetzung an den Schulen gelegt werden, also z.B. welche förderlichen Faktoren diesbezüglich existieren und wie die Zusammenarbeit zwischen den Beteiligten funktioniert. Außerdem werden niedrigschwellige Ansätze einer zielgruppengerechte Ansprache vorgestellt.

Alle Kinder und Eltern einbinden – Hürden und Lösungsansätze im Programm „1000 Schätze – Gesundheit und Suchtprävention in der Grundschule“

Die schulische Elternarbeit strebt eine Kooperation auf Augenhöhe an. Aufgrund unterschiedlicher Kompetenzen, Rollen und Ziele von Eltern und Lehrkräften ist diese jedoch nicht leicht umzusetzen. Bildungs- und kulturelle Unterschiede sowie sprachliche Hürden beeinflussen gerade bei sozial benachteiligten Familien die Kooperation. Auch Schüler*innen mit Migrationshintergrund und besonderem Förderbedarf treffen in der Schule auf viele Herausforderungen.

Die Elternarbeit zielt auf klare Absprachen sowie die Förderung der Erziehungskompetenz mittels interaktiver Elterntreffen, mehrsprachiger Broschüren und Austausch elterlicher "Erfahrungsschätze", ggf. mit Unterstützung von Sprachmittler*innen. Bei den 10 Klassenmodulen für die Erstklässler*innen stehen "Schätze", Rituale, Lieder, Kooperationsspiele und bildgestützte Methoden wie Bilderbuchkino im Fokus. Im Schuljahr 2017/18 wurde das Programm mit 30 Klassen umgesetzt und evaluiert.

Die Lehrkräfte bestätigten, dass die Einbindung aller Schüler*innen gelingt und die wesentlichen Programmziele erreicht werden. Die positiv bewerteten Elterntreffen wurden von Eltern mit Migrationshintergrund noch mehr geschätzt als von Eltern ohne. Das Programm half ca. 50% dieser Eltern, mehr auf die Stärken ihrer Kinder zu achten und erhöhte ihr Wissen zu Unterstützungsmöglichkeiten. Im Zuge der Evaluation wurden Texte für Schüler*innen und Eltern vereinfacht bzw. durch Bilder ergänzt. Das aktualisierte Programm wird ab 2022 bundesweit verbreitet.

Zielgruppengerechte Angebote für Schüler*innen und Eltern sind zentrale Erfolgsfaktoren. Dafür bedarf es passgenauer Konzepte, aber auch ausreichend zeitlicher Ressourcen der Schulen.

Ganz Gesund - Workshop-Reihe in Einfacher Sprache: Ohne Angst und gut vorbeitet zum*r Ärzt*in und ins Krankenhaus.

Im Rahmen einer von Gesundheit 25* durchgeführten Bedarfs- und Potentialanalyse zur gesundheitlichen Versorgung von Menschen mit Behinderung stellten sich die Themen Arztbesuch und Krankenhausaufenthalt als besonders relevant und von der Gruppe der Befragten als stressbesetzt und mit Angst verbunden heraus.

Das Konzept von Ganz Gesund ist darauf ausgerichtet, Ängste und Stressoren gegenüber Arztbesuch und Krankenhausaufenthalt abzubauen und die persönliche Gesundheitskompetenz zu stärken.
In drei aufeinander aufbauenden Workshops werden die Inhalte der beiden Schwerpunktthemen vermittelt und dabei individuelle Bedürfnisse der Teilnehmer*innen miteinbezogen.
Die Workshop-Reihe zeichnet sich durch Niedrigschwelligkeit aus: Sie ist kostenfrei, wird in einfacher Sprache gehalten und mit Malprotokollen grafisch begleitet. Der Leitung angehörig ist stets ein Mensch aus der Zielgruppe.
Begleitend findet eine Evaluation statt.


Ziel ist es, Ängste und Stressoren gegenüber Arztbesuch und dem Setting Krankenhaus abzubauen sowie persönliche psychische Ressourcen und die eigene Gesundheitskompetenz zu stärken.
Die Teilnehmer*innen lernen klarere und präzisere Aussagen zu ihrem Gesundheitszustand, Erkrankungen und Wünschen zu treffen.
Sie sollen sich somit gut vorbereitet für den nächsten Arztbesuch oder Krankenhausaufenthalt fühlen. Ebenso wird dadurch eine zielgerichtete Untersuchung mit klaren Untersuchungsergebnissen erleichtert.
Ganz Gesund richtet sich an Menschen mit Behinderung und rückt damit eine Gruppe in den Mittelpunkt, die bislang kaum oder gar nicht von Angeboten der Gesundheitsförderung profitiert.

Vorgestellt werden ebenfalls die Ergebnisse der begleitenden Evaluation.

Themenfelder
  • Themenfeldübergreifende Veranstaltung
Sprecher*innen
Dirk Gansefort
Landesvereinigung für Gesundheit & Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen e.V.
Prof.in Dr.in Annika Frahsa
Universität Bern
Kerstin Gemes
Evangelische Stiftung Alsterdorf/ Gesundheit 25*
Dr.in Heidi Kuttler
Cooptima - Prävention + Gesundheitskommunikation
Ute Gringmuth-Dallmer
Fachstelle für Suchtprävention Berlin gGmbH
Birgit Pohler
Evangelische Stiftung Alsterdorf/ Gesundheit 25*
13:15 - 14:45

Chancen und Risiken innovativer Lehr- und Lernangebote - Unterschiedliche Zielgruppen erreichen und motivieren

H4 - Kompetenzen I
Die Corona-Pandemie hat die Transformation von Lehr- und Lernangeboten beschleunigt und zahlreiche digitale Impulse hervorgebracht. Innovative Lehr- und Lernangebote bieten eine Vielzahl neuer Möglichkeiten, die sich auf den Zugang, aber auch auf die Gestaltung der Lehr- und Lernangebote beziehen.

Trotz der Potenziale und Chancen, die diese Angebote bieten, existieren auch Herausforderungen und Risiken, denen sie sich stellen müssen.

Für die Konzeption und Implementierung solcher Angebote besteht die Herausforderung, die jeweilige Zielgruppe angemessen zu erreichen und zu motivieren. Hierbei sollten neben strukturellen auch motivationale Faktoren berücksichtigt werden, um die Erfolge der neuen Lern- und Lehrangebote zu gewährleisten.
Im Rahmen dieser Session werden zunächst die drei Projekte „bauchgefühl” (Team Gesundheit, Essen), „INSEA” (Patientenuniversität, Medizinische Hochschule Hannover) und „ai4health” (GesundheitsCampus Osnabrück) vorgestellt. Darauf basierend wird im Anschluss die Leitfrage diskutiert, welche Chancen und Risiken sowie welche strukturellen und motivationalen Faktoren beim Erreichen und Aktivieren der Zielgruppen eine Rolle spielen und wie die entwickelten Lösungsansätze umgesetzt werden können.

Prävention von Essstörungen – aktualisiertes Unterrichtsprogramm „bauchgefühl“ bietet Unterstützung

Für viele Heranwachsende geht die Corona-Krise mit dem Gefühl des Kontrollverlustes einher. Jugendliche aus sozial schwächeren Verhältnissen oder mit Migrationshintergrund sind laut COPSY-Studie des UKE besonders von Sorgen oder auch depressiven Symptomen betroffen. Essen oder Nicht-Essen kann zum Ventil für Angst, Frust oder Trauer werden. Einer Umfrage der pronova BKK zufolge stellen 16 % der befragten psychotherapeutisch oder psychiatrisch tätigen Fachgruppen zunehmend behandlungsbedürftige Essstörungen fest.

Die BKK-Initiative „bauchgefühl“ unterstützt alle Schulformen der Sekundarstufe 1 mit einem Unterrichtsprogramm darin, Schüler*innen emotional und Resilienz stärkend aufzufangen. In zehn Unterrichtssequenzen geht es u. a. um Selbstwertstärkung, Emotionsmanagement, Body Shaming in Social Media sowie Ernährungshypes. Videos dienen stets als lebenswirklichkeitsnaher Einstieg.

In flankierenden Fortbildungen berichten Pädagog*innen von vielfältigen psychischen und sozialen Belastungen ihrer Schüler*innen. Der Bedarf an praxisorientierten Interventionskonzepten ist groß. „bauchgefühl“ knüpft an persönlichen Ressourcen und Kompetenzen an, stärkt gesundheitsförderliche Strukturen und bahnt frühzeitig den Weg in Beratung und Therapie.

Erfolgskriterien: Einbezug von Schulsozialarbeit und Schulpsychologie, facettenreiche Materialien, Konzert-Lesung mit selbst betroffener Autorin, Transfer ins Elternhaus. Herausforderungen: Zeitmangel, Fokus auf Lernstoffvermittlung.

"Sind Online-Selbstmanagementkurse für Menschen mit chronischen Erkrankungen wirksam?“

Seit 2015 werden durch die Initiative für Selbstmanagement und aktives Leben (INSEA) an der Universität Stanford entwickelte krankheitsübergreifende, manualisierte, peer-geleitete, evidenz-basierte Selbstmanagementkurse in Deutschland angeboten. Das Programm richtet sich an Menschen mit chronischen Erkrankungen und deren Angehörige mit dem Ziel, ihre Krankheitsbewältigung zu fördern. Bis Ende 2019 nahmen 2193 Personen an Präsenzkursen teil. 2020 wurde das Programm in ein Onlineformat übertragen, 21 Onlinekurse mit 128 Teilnehmenden (TN) haben seitdem stattgefunden.

Um die Wirkung der Kursteilnahme auf die TN zu analysieren, erfolgte im Pretest-Posttest-Design (Kursbeginn, Kursende und nach 6 Monaten) eine standardisierte Evaluation mit validierten Skalen, primär zu Selbstmanagement und Selbstwirksamkeit. Effekte (0.2=klein, 0.5=mittel, 0.8=groß) werden durch Cohens d beschrieben.

Aktuell liegen Daten von 114 TN zu Kursbeginn und 84 TN zu Kursende vor (∅ 53 Jahre, 87% weiblich, 83% chronisch krank). Selbstmanagement (n=70, d=0.51) und Selbstwirksamkeit (n=71, d=0.42) wurden durch die Online-Teilnahme krankheitsübergreifend signifikant erhöht.

Das Onlineformat erreicht eine neue Zielgruppe und bietet Zugang für Menschen, die nicht vor Ort teilnehmen können (bis 700km Entfernung) oder wollen (mehr psychisch Erkrankte). Aber auch weniger Niedrig-Gebildete und Ältere nehmen teil, was neue Herausforderungen schafft.

Entwicklung eines Lehr/- Lernangebots zur Kompetenzentwicklung im Bereich Künstlicher Intelligenz (KI) in der Gesundheitsversorgung: Pilotprojekt „ai4health”

Künstliche Intelligenz (KI) bringt weitreichende Veränderungen in der Gesundheitsversorgung mit sich. Neben vielen Vorteilen, birgt dies aber auch Risiken, wie z.B. Formen der Diskriminierung. Ein Erwerb grundlegender Kompetenzen im Bereich KI in der Gesundheitsversorgung erscheint deshalb notwendig für den informierten Umgang mit KI-Anwendungen. Ein national frei zugängliches Lernangebot, das interdisziplinär die Grundlagen, Anwendungen und Perspektiven von KI in der Gesundheitsversorgung darstellt, steht bisher noch aus.

Das Lehr-/Lernangebot „ai4health” ist ein Blended Learning-Format und richtet sich an Health Professionals und Studierende, wobei grundlegende KI-Themen auch für Bürger:innen einsehbar sind im Rahmen eines MOOC (Massive Open Online Course). Die relevanten Kompetenzen und Themen des Lernangebots wurden mithilfe einer Literaturrecherche sowie Interviews mit Studierenden und Expert:innen aus dem Gesundheitsbereich bestimmt.

Folgende Kompetenzkategorien wurden als relevant identifiziert: 1) Einführung und Historie von KI; 2) Technische Grundlagen; 3) Grundlagen der Datenkompetenz; 4) Gesellschaftliche, ethische, rechtliche Perspektiven; 5) Anwendungsfelder sowie 6) Perspektiven für die Gesundheitsversorgung.

Die zielgruppengerechte Ansprache von Health Professionals, Studierenden aus den Gesundheitsberufen und Bürger:innen, die sich mit dem Thema KI näher befassen wollen, stellt bei der Konzeption und Umsetzung eine Herausforderung dar, wie auch die Aufrechterhaltung der Motivation v.a. die Online-Module komplett zu durchlaufen.

 

In dieser Veranstaltung werden das Tool Miro-Board der amerikanischen Firma RealtimeBoard, Inc. dba Miro, 525 Brannan Street, Suite 100 San Francisco, CA und das Tool der schwedischen Firma Mentimeter AB, Tulegatan 11, SE-113 86 Stockholm, Schweden genutzt. Wenn Sie dieTools nutzen, werden Sie zu externen Server weitergeleitet. Es gelten die Datenschutzhinweise von https://miro.com/legal/privacy-policy/ und https://www.mentimeter.com/privacy. Die Teilnahme ist freiwillig.

Themenfelder
  • Themenfeldübergreifende Veranstaltung
Sprecher*innen
Per Traasdahl
Caiju - Innovationswerkstatt und Verein
Maja Schrader
Team Gesundheit GmbH
Marius Hartmann
Medizinische Hochschule Hannover (MHH)
Dr.in Nina-Alexandra Götz
Universität Osnabrück - Institut für Gesundheitsforschung und Bildung
Marieke Prien
Hochschule Osnabrück
13:15 - 14:45

Gesundheitsversorgung für alle jetzt!

H5 - Gesundheitsdienste I
Trotz Krankenversicherungspflicht haben bundesweit geschätzt Hunderttausende keinen Zugang zu angemessener Gesundheitsversorgung. Diese Gruppe ist heterogen, betroffen sind sind z. B. EU-Bürger:innen, geflüchtete und wohnungslose Menschen, Menschen mit ungeklärten Aufenthaltsstatus und deutsche Mittelständler:innen. Bürokratische Hürden, fehlende Übersetzung, geringe Gesundheitskompetenz und Diskriminierung verhindern, dass Betroffene die benötigte Hilfe bekommen. Lokale, oft langjährig bestehende, ehrenamtliche Initiativen wie die Norddeutschen Praxen ohne Grenzen bieten eine Basisversorgung an; spätestens bei stationärem Behandlungsbedarf kommen sie an ihre Grenzen. Durch fehlende Versorgung verschlimmern bzw. chronifizieren sich Beschwerden. Gerade auch das Fehlen von psychosozialen Behandlungsangeboten führt dazu, dass Traumata, Suchtmittelkonsum und Gewalt noch folgende Generationen prägen. Neben den individuellen Gesundheitsschäden kommt es zu vermeidbaren stationären Notfallbehandlungen, wofür Kliniken häufig nicht refinanziert werden.

Als Lösungsansatz wurden in vielen Städten bundesweit Clearingstellen etabliert, die Betroffene dabei unterstützen, möglichst in die gesetzliche Krankenversicherung zu kommen und die häufig über einen Behandlungsfonds dringende Behandlungen finanzieren können. In Frankfurt am Main ist die Clearingstelle direkt am Gesundheitsamt angesiedelt.
Auf dem Weg zur Gesundheitsversorgung für alle sind ehrenamtliche medizinische Hilfe, Clearingstellen und Behandlungsfonds („Anonymer Krankenschein“) erste Schritte, die aber noch nicht ausreichen. Wichtig ist nun, mehr Evidenz zur Thematik zu schaffen und gemeinsam Leitlinien zu erarbeiten.

Norddeutsche Praxen ohne Grenzen

Seit 12 Jahren gibt es in Norddeutschland Praxen ohne Grenzen, in denen mittellose, nicht- oder nicht ausreichend krankenversicherte Menschen ohne Diskriminierung von ehrenamtlich tätigen Ärzten und medizinischem Fachpersonal kostenlos beraten und behandelt werden.

Diese Einrichtungen finanzieren sich allein aus Spenden.
Die Hauptklientel der Praxen besteht aus Patienten aus der deutschen Mittelschicht.
Es werden öffentliche und digitale allgemeinmedizinische Sprechstunden abgehalten.
Bei Bedarf werden ärztliche Kolleginnen und Kollegen aus Fachdisziplinen hinzugezogen.

Wir fordern einen Wandel im deutschen Gesundheitswesen, damit keiner mehr durch das soziale Netz fällt. Wir haben deshalb einen 10 Punkte umfassenden Forderungskatalog aufgestellt, der sich an die Bundesregierung richtet.

Zum Thema können wir einen 30minütigen Filmbeitrag zur Verfügung stellen.
Wir möchten das Thema mit anderen humanitären Einrichtungen diskutieren.

"Allein von Menschen spricht man nicht ... " - Psychotherapeutische Unterstützung für Geflüchtete ohne Krankenversicherung. Vorstellung eines Konzepts von Medizin Hilft e.V.

Der Verein Medizin Hilft e.V. wurde 2016 gegründet, um Menschen ohne Krankenversicherung medizinische Unterstützung zu leisten, darunter zahlreichen Geflüchteten. Viele von ihnen leben am Rande unserer Gesellschaft, ihre Schicksale entziehen sich der öffentlichen Wahrneh-mung. Sie stellen eine besonders vulnerable Gruppe mit einem hohen Bedarf an Unterstützung dar: Traumatisiert durch Kriegserlebnisse, Ver-folgungen im Heimatland und Fluchterfahrungen erweisen sich ihre somatischen Symptome häufig als seelisch bedingt. Der Zugang zu psychotherapeutischer Hilfe ist ihnen aus strukturellen Gründen versperrt.

Vor diesem Hintergrund entwickelten wir ein kostenloses psychosozial-psychologisches Hilfsangebot. Verwirklicht wurde ein Konzept, welches sowohl psychosoziale als auch therapeutische Angebote vorsieht und auf die Bedarfe der Einzelnen und ihrer Familien ausgerichtet ist.

Wir konnten ein differenziertes Angebot aufbauen, welches von einem wachsenden Team ehrenamtlich tätiger Psycholog*innen und Psychiater*innen unter Zuhilfenahme von Dolmetscher*innen umgesetzt wird.

Unsere Angebote bedeuten einen hohen logistischen und verwaltungs-technischen Aufwand. Zudem stellt sich die Frage, welche Kurzzeit-interventionen geeignet erscheinen, um möglichst vielen Patient*innen zeitnah und nachhaltig zu helfen. Welche Konzepte ermöglichen es, Geflüchteten die erforderliche Unterstützung in ihrer instabilen Lebenssituation zu gewähren? Welche Alternativen gibt es zu herkömm-lichen, aufwändigen und langwierigen Behandlungen? Im Seminar wollen wir unser Konzept vorstellen und zu einem Austausch einladen.

Pilotprojekt „Clearingstelle 1.0“ – Beratung für Menschen mit ungeklärtem Krankenversicherungsschutz am Gesundheitsamt Frankfurt am Main

Bundesweit sind geschätzt hunderttausende Menschen ohne Krankenversicherung und somit ausreichenden Zugang zu medizinischer Versorgung. Komplexe Rechtskonstellationen verhindern eine schnelle Klärung des Versicherungsstatus. Bundesweit entstehen immer mehr „Clearingstellen“, die Betroffene dabei unterstützen, möglichst ins gesetzliche Regelsystem zu kommen. Im Februar 2021 startete am Gesundheitsamt Frankfurt am Main das auf 2 Jahre angelegte Pilotprojekt „Clearingstelle 1.0“.

Die 2 Berater*innen werden vom Fachbereich „Soziale Arbeit und Gesundheit“ der Frankfurt University of Applied Sciences gestellt, Personalkosten durch das Jugend- und Sozialamt Frankfurt getragen. Die Projektkoordination erfolgt über die Koordinatorin Humanitäre Gesundheitsdienste am Gesundheitsamt. Zunächst 1x wöchentlich werden in Räumen der Hu-manitären Sprechstunden offene Sprechstunden angeboten.

Bis Juli 2021 wurden 62 Personen in 93 Konsultationen beraten, meist im persönlichen Ge-spräch. 21% waren Deutsche, 40% EU-Bürger*innen und 39% Drittstaatler*innen. Neben fehlender Krankenversicherung waren häufige Konsultationsgründe bereits entstandene Behandlungskosten aufgrund Erkrankungen und Schwangerschaft. Etwa ein Drittel der Fälle. konnte erfolgreich abgeschlossen werden

Es zeigte sich großer Bedarf an fachlicher Unterstützung bei der Durchsetzung von Rechten u. a. bei Krankenversicherungsträgern. Neben Behandlungs- sind auch Beratungsangebote notwendig, um die Gesundheitsversorgung für alle nachhaltig sicherzustellen, diese sollten als sozialkompensatorische Aufgabe des ÖGDs weiter ausgebaut werden. Ein Behandlungsfonds, wie er an vielen Clearingstellen angegliedert ist, ist in Frankfurt dringend notwendig.

Themenfelder
  • Health Inequalities
Sprecher*innen
Carola Wlodarski
Anonymer Krankenschein Thüringen e.V.
Dr. Uwe Denker
Praxis ohne Grenzen - Segeberg
Dipl.-Psych. Ulrike Michels-Vermeulen
Medizin Hilft e.V.
Alexandra Sarah Lang
Gesundheitsamt Frankfurt am Main
Kristina Ivanova
Gesundheitsamt Frankfurt
14:45 - 15:15

Pause

Zentrale Veranstaltung
15:15 - 16:45

Abschlussveranstaltung – Was jetzt zählt...Kinder und Jugendliche im Blick

Zentrale Veranstaltung

Kinder sind unsere Zukunft! Sie gestalten die zukünftige Gesellschaft und (er-)leben die aktuellen gesellschaftlichen Prozesse, Potentiale und Spannungen in besonderer Form. Als “Treiber der Pandemie” wurden sie zeitweise und v.a. in den Medien bezeichnet; mit Schul- und Kitaschließungen mussten sie und ihre Eltern umgehen. Die Schließung von Freizeiteinrichtungen und sozialen Dienste hat ihren Alltag komplett verändert. Die betraf und betrifft alle Kinder und ihre Familien gleichermaßen und sind doch die Kompensationsmöglichkeiten sozial ungleich verteilt. 

„Jede und jeder soll das eigene Leben frei und selbstbestimmt gestalten können“, heißt es im Koalitionsvertrag (Koalitionsvertrag 2021-2025, S.6). Doch wo stehen wir hier aktuell?  

Unter der Pandemie wurden die besonderen Bedarfe von Kindern und ihren Familien sehr spät erst diskutiert und thematisiert, wobei ihre Belastungen sehr unterschiedlich und v.a. sozial ungleich verteilt waren (vgl. z.B. Holz & Richter-Kornweitz, “Corona-Chronik. Gruppenbild ohne (arme) Kinder”, 2020) und es weiterhin sind (vgl. z.B. Leopoldina, “Kinder und Jugendliche in der Coronavirus-Pandemie: psychosoziale und edukative Herausforderungen und Chancen”, 2021) 

Im Koalitionsvertrag „Mehr Fortschritt wagen“ finden sich viele Impulse für zentrale gesellschaftliche Veränderungsprozesse. Zu nennen wären hier beispielsweise: 

  • “Wir wollen allen Menschen unabhängig von ihrer Herkunft beste Bildungschancen bieten, Teilhabe und Aufstieg ermöglichen und durch inklusive Bildung sichern. 
  • Kinder haben eigene Rechte, die wir im Grundgesetz verankern wollen. Außerdem wollen wir den Kinderschutz stärken.  
  • Familien sind vielfältig. Sie sind überall dort, wo Menschen Verantwortung füreinander übernehmen und brauchen Zeit und Anerkennung.  
  • Wir unterstützen Eltern dabei, Erwerbs- und Sorgearbeit gerechter untereinander aufzuteilen. (Koalitionsvertrag 2021-2025, S. 93ff). 

 Diese und weitere Aspekte können einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, sozial und strukturell bedingte Ungleichheiten abzubauen, die einen entscheidenden Beitrag für Gesundheitschancen leisten.  

Die Stiftung SPI und die Prognos AG haben im Dezember 2021 und im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ein Policy Paper veröffentlicht “Perspektiven für die Kinderund Jugendpolitik im investierenden Sozialstaat”. In diesem fordern sie eine ebenen- und ressortübergreifende Koordination der Kinder- und Jugendpolitik; denn, so auch hier die Erkenntnis: “Um Armutsrisiken und -folgen bei Kindern und Jugendlichen zu reduzieren und gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken, ist eine nationale Präventionsstrategie notwendig (Weßler-Poßberg et al, 2022).” 

 Hierzu möchten wir Rahmen der zentralen Abschlussveranstaltung des Kongresses diskutiert, mit dem Ziel die Frage zu beantworten: was jetzt zählt...für die nachfolgende Generation?! 

 Podiumsdiskussion mit (in alphabetischer Reihenfolge):  

  • Annette Berg, Direktorin der Stiftung Sozialpädagogisches Institut Berlin 
  • Dr. Katharina Böhm, Geschäftsführerin Hessische Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung, 
  • Prof. Dr. Raimund Geene, Alice Salomon-Hochschule, 
  • Ricarda Lang (Bündnis90/Die Grünen), Parteivorsitzende.  

Moderation: Stephanie Schluck, Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachen e.V. und Prof. Dr. Susanne Borkowski, KinderStärken e.V. und Hochschule Madgeburg-Stendal

Schlusswort 
Kongress-Team

In dieser Veranstaltung wird das Tool Conceptboard der deutschen Firma Conceptboard Cloud Service GmbH, Mansfelder Str. 56, 06108 Halle (Saale) genutzt. Wenn Sie das Tool nutzen, werden Sie zu externen Server weitergeleitet. Es gelten die Datenschutzhinweise von https://conceptboard.com/de/privacy/. Die Teilnahme ist freiwillig. Hier finden Sie einen Link zur direkten Beteiligung an der zentralen Abschlussveranstaltung: https://app.conceptboard.com/board/os9h-uo85-dkui-e4gz-3f6x 

Themenfelder
  • Gesundheitspolitik
Sprecher*innen
Annette Berg
Stiftung SPI Sozialpädagogisches Institut Berlin »Walter May«
Dr.in Katharina Böhm
HAGE - Hessische Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung e.V.
Ricarda Lang, MdB
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Prof. Dr. Raimund Geene
Berlin School of Public Health
Stephanie Schluck
Landesvereinigung für Gesundheit & Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen e.V.
Prof.in Dr.in Susanne Borkowski
Hochschule Magdeburg - Stendal

Foto aus dem Lichthof an der TU Berlin

Foto: André Wagenzik