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22.03 - 24.03.2022
Dauer: 3 Tage
Virtuell
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Der Kongress Armut und Gesundheit schafft seit 1995 ein kontinuierliches Problembewusstsein für gesundheitliche Ungleichheit in Deutschland. An drei Veranstaltungstagen tauschen sich Akteur*innen aus Politik, Wissenschaft, Gesundheitswesen, Praxis und Selbsthilfe zu Themen gesundheitlicher Ungleichheit aus. Aktuelle Forschungsergebnisse werden ebenso diskutiert und vertieft wie neue Strategien, Lösungsansätze und Erfahrungen. Die vergangenen Kongresse haben bereits eine Vielzahl neuer Kooperationen auf den Weg gebracht und Entwicklungen und Diskussionen angestoßen.

Mit dem Engagement aller Akteur*innen und Teilnehmenden des Kongresses erfährt eine heterogene Gruppe von Menschen eine Lobby, die oftmals wenig Unterstützung erhält.

Kongressprogramm

Es geht voran: Gesundheitsversorgung nach häuslicher und sexualisierter Gewalt in Berlin

H5 - Gesundheitsdienste II

13:15 - 14:45

Der Runde Tisch Berlin – Gesundheitsversorgung bei häuslicher und sexualisierter Gewalt (RTB) setzt sich als Zusammenschluss von 29 Organisationen seit zwei Jahren für die Umsetzung der WHO Leitlinien (2013) zum Umgang von Gesundheitspolitik und -versorgung mit häuslicher und sexualisierter Gewalt ein. Dabei beachtet werden auch die gesundheitsbezogenen Vorgaben der Istanbul Konvention.

Es werden erfolgte Maßnahmen des Runden Tischs und der S.I.G.N.A.L. Koordinierungsstelle vorgestellt, die auf die Verbesserung der Berliner Gesundheitsversorgung nach häuslicher und sexualisierter Gewalt zielen. Präsentiert werden zugrundeliegende Konzepte, Erfahrungen und Daten aus der Umsetzung. Praxiserfahrungen zur Thematik während der COVID-19 Pandemie werden einbezogen. Die Vorstellung erfolgt durch Vertreter*innen aus Praxis und Wissenschaft sowie durch Mitarbeiterinnen der Geschäftsstelle des Runden Tischs.

Die intersektorale Zusammenarbeit zwischen Organisationen die in die Versorgungskette nach häuslicher und sexualisierter Gewalt involviert sind, entlastet die einzelnen Arbeitsbereiche und verbessert die Versorgungssituation für Betroffene. Beispielhaft deutlich wird dies in der Ausgestaltung von Angeboten der vertraulichen Spurensicherung nach sexualisierter Gewalt, in Pro-Aktiven Beratungsangeboten für gewaltbetroffene Patient*innen der Zentralen Notaufnahme und in den Ergebnissen einer Umfrage unter Mitarbeitenden im Gesundheitswesen zur Thematik.

Pilotprojekt: Betroffene von Gewalt in Paarbeziehungen in der Zentralen Notaufnahme erkennen und pro-aktives Beratungsangebot gewährleisten

Ärzt*innen und Pflegefachpersonen zweier Berliner Notaufnahmen bieten Betroffenen von Gewalt in Paarbeziehungen einen pro-aktiven Anruf durch eine spezialisierte Fachberaterin an. Ziel ist eine unkomplizierte und zeitnahe Vermittlung in das Hilfesystem. Vorgestellt werden Konzept und Erfahrungen mit der Umsetzung des Angebots aus Sicht beider Kooperationspartnerinnen, sowie Erkenntnisse über die Inanspruchnahme durch die Betroffenen.

Medizinische Soforthilfe und vertrauliche Spurensicherung – vom Gesetz zur Praxis

Seit Änderung des § 27 SGB V gehört die vertrauliche (anzeigenunabhängige) Spurensicherung und Dokumentation nach Misshandlung und sexueller Gewalt zu den krankenkassenfinanzierten Versorgungsleistungen. Die Bundesländer sind gefordert für die Umsetzung zu sorgen. Präsentiert und diskutiert werden die in einer interdisziplinären Arbeitsgruppe des RTB erarbeiteten Vorschläge für die Umsetzung in Berlin, sowie die Ergebnisse einer Fachtagung zur Erstversorgung nach sexueller Gewalt.

Aktionstag für und Umfrage unter Berliner Gesundheitsfachkräften zur Patient*innenversorgung nach Gewalt in Paarbeziehungen

Mitarbeitende der Gesundheitsversorgung sind für viele Betroffene die ersten und häufig auch die einzigen Außenstehenden, die Folgen der Gewalt sehen und Unterstützung anbieten können. Mit Hilfe einer Umfrage unter Mitarbeitenden des Berliner Gesundheitswesens und eines Aktionstags wurde für die Thematik sensibilisiert und Erkenntnisse über Sicht und Unterstützungsbedarfe von Fachpersonen gewonnen. Die Ergebnisse fließen in die weitere Arbeit des Runden Tisch ein.

Themenfelder
  • Versorgung, Selbsthilfe, Patientinnen und Patienten
Sprecher*innen
Marion Winterholler
S.I.G.N.A.L. e. V. - Intervention im Gesundheitsbereich gegen häusliche und sexualisierte Gewalt
Karin Wieners
S.I.G.N.A.L. e. V. - Intervention im Gesundheitsbereich gegen häusliche und sexualisierte Gewalt
Sabine Harlos
Frauenraum - Fachberatungs- und Interventionsstelle bei häuslicher Gewalt
Catrin Stoltmann
Sankt Gertrauden-Krankenhaus
Dr.in Claudia Haag
DRK Kliniken Berlin Westend
Prof.in Dr.in Petra J. Brzank
Hochschule Nordhausen

Foto aus dem Lichthof an der TU Berlin

Foto: André Wagenzik