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22.03 - 24.03.2022
Dauer: 3 Tage
Virtuell
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Der Kongress Armut und Gesundheit schafft seit 1995 ein kontinuierliches Problembewusstsein für gesundheitliche Ungleichheit in Deutschland. An drei Veranstaltungstagen tauschen sich Akteur*innen aus Politik, Wissenschaft, Gesundheitswesen, Praxis und Selbsthilfe zu Themen gesundheitlicher Ungleichheit aus. Aktuelle Forschungsergebnisse werden ebenso diskutiert und vertieft wie neue Strategien, Lösungsansätze und Erfahrungen. Die vergangenen Kongresse haben bereits eine Vielzahl neuer Kooperationen auf den Weg gebracht und Entwicklungen und Diskussionen angestoßen.

Mit dem Engagement aller Akteur*innen und Teilnehmenden des Kongresses erfährt eine heterogene Gruppe von Menschen eine Lobby, die oftmals wenig Unterstützung erhält.

Kongressprogramm

„München – gesund vor Ort“: Von der kleinräumigen Bedarfserhebung zur stadtweiten Strategie

H2 - Lebenswelten IV

09:00 - 10:30

Hinweis: Die Veranstaltung findet per WebEx statt.

„München - gesund vor Ort“ ist derzeit das bundesweit größte kommunale Gesundheitsförderungsprojekt (Förderung: AOK Bayern). Ziel ist, Programme zur Gesundheitsförderung in vier Stadtteilen aufzubauen und den stadtweiten Transfer dieser kleinräumigen Erfahrungen anzustoßen. Netzwerke zur Gesundheitsförderung sollen auf mehreren kommunalen Ebenen etabliert werden.

Pro Stadtteil wurde ein Gesundheitsmanagement (GM) eingerichtet. Die Bedarfe wurden multi-methodisch erhoben (u.a. Stadtteilbegehung, Sekundärdatenanalyse, leitfaden-gestütztes Fachkräfte-Interview, Bewohner*innen-Workshop, Blitzbefragung, GIS-Kartierung). Zur Stärkung der Kooperation noch während der Erhebung wurden Sofortmaßnahmen aufgesetzt (z.B. Bewegung im öffentlichen Raum). Für die querschnittliche Bearbeitung von Gesundheit in der Kommune wurden diverse Beteiligungsformate etabliert. Auf dieser Basis wurde pro Stadtteil ein spezifisches Pilotprogramm entwickelt.

Besonders die Fachkräfteinterviews stärkten die Bekanntheit des GM und der lokalen Netzwerke. Die Brückenfunktion des GM als Mitarbeitende der zentralen Stadtverwaltung und gleichzeitige Vor-Ort-Akteure ermöglicht eine neue Qualität von Kooperation mit der Fachbasis.

Die Erfahrung zeigt, dass sich in großen Kommunen regionale Gesundheitsförderung für die Entwicklung und Erprobung passgenauer Maßnahmen und Netzwerkaufbau bewährt. Weiterhin stellt sie eine bedeutende Planungsgrundlage und nachhaltiges Synergiepotenzial für stadtweite Vorhaben und Dienste dar. Insbesondere die Pandemie hat verdeutlicht, wie wichtig enge Beziehungen zur Fachbasis sind, um rasch auf Anforderungen reagieren zu können.

„Hands up 4 your future – Mach dich fit für dein Leben!“

Heranwachsende aus dem Stadtbezirk Feldmoching-Hasenbergl werden in interaktiven Workshops für eine gesunde und nachhaltige Lebensweise begeistert und den Umgang mit Medien sensibilisiert. Konkrete Handlungsempfehlungen werden vermittelt. Trotz Pandemie und den damit verbundenen Auflagen konnten Beteiligungsworkshops stattfinden. Die ersten Erfahrungen haben gezeigt, dass gerade jetzt Gesundheitsförderung und Resilienzstärkung wichtiger denn je sind.

Gesund online im Stadtteil

Mit verschiedenen Online-Angeboten, z.B. Vorträgen, Workshops oder Materialien zu Themen wie Familiengesundheit, psychischer Gesundheit, Bewegung, Ernährung, Diabetes, zum deutschen Gesundheitssystem oder Digitalisierung soll die Gesundheitskompetenz Erwachsener gestärkt werden. Die Online-Plattform wird in mehrere Sprachen übersetzt, Fachkräfte vor Ort miteinbezogen und um Präsenzveranstaltungen ergänzt. Die Plattform bietet Bewohner*innen und Fachkräften eine thematische Infrastruktur.

Stadtteilgesundheitsförderung und die Bedeutung für stadtweite Strategien

Die Erfahrung zeigt, dass Vor-Ort-Kenntnisse und Netzwerke des GM von anderen städtischen Diensten genutzt werden (z.B. FreizeitSport, Sportentwicklungsplanung). Ergebnisse der Bedarfserhebung können in stadtweite Prozesse eingebracht werden und zu konkreten Handlungsfeldern z.B. in der Armutsberichterstattung führen. Das Thema Gesundheit kann in Vorhaben anderer implementiert werden, z.B. Ergänzung des REGSAM-Sozialfinders durch einen Gesundheitswegweiser.

Themenfelder
  • Kommune
Sprecher*innen
Dr.in Verena Lindacher
Gesundheitsreferat, Landeshauptstadt München
Corinna Sokoll
Gesundheitsreferat, Landeshauptstadt München
Christina Schub
Gesundheitsreferat, Landeshauptstadt München
Bernadette Hülsmann
Lilalu Bildungs- und Ferienprogramme, Johanniter-Unfall-Hilfe e.V.
Helena Auer
Gesundheitsreferat, Landeshauptstadt München
Miray Salman
MiMi Bayern, Ethno-Medizinisches Zentrum e.V.
Lena Donhauser
Gesundheitsreferat, Landeshauptstadt München

Foto aus dem Lichthof an der TU Berlin

Foto: André Wagenzik